Ein E-Bike steht auf der Straße vor einem Gebäude. (Quelle: Pexels/Erik Mclean)
E-Bikes bleiben Wachstumstreiber im Fahrrad-Markt. (Quelle: Pexels/Erik Mclean)

Handel

04. November 2021 | Teilen auf:

Fahrrad-Markt leidet unter Lieferengpässen

Nach einem fulminanten Wachstum in 2020 wird der Fahrrad-Markt voraussichtlich auch in Zukunft weiter zulegen können. Die Rekordwerte aus dem vergangenen Jahr werden 2021 aber nicht erreicht, prognostiziert das IFH Köln in seinem „Branchenbericht Fahrräder“.

Während 2020 mit 7,1 Milliarden Euro ein doppelt so hohes Marktvolumen wie noch drei Jahre zuvor erreicht werden konnte (Marktvolumen 2017: 3,6 Milliarden Euro), wird das hohe Level im Fahrradmarkt 2021 nicht zu halten, „geschweige denn zu übertreffen sein“, teilen die Kölner Handelsforscher mit. Zählte der Markt mit einer Wachstumsrate von 41,3 Prozent im Jahr 2020 noch zu den Gewinnern der Corona-Krise, wird die Branche nun durch Lieferengpässe ausgebremst. IFH und BBE Handelsberatung erwarten in ihrem „Branchenbericht Fahrräder 2021“ für das laufende Jahr erstmals wieder einen Umsatzrückgang. Schon 2022 sei jedoch wieder mit Wachstum zu rechnen, da Lieferprobleme überwunden werden könnten.

„Die aktuellen Lieferengpässe verhindern, dass das phänomenale 2020er Ergebnis noch einmal getoppt werden kann. Auch im Weihnachtsgeschäft wird sich dies noch einmal widerspiegeln: Wer an Weihnachten ein Fahrrad verschenken möchte, sollte darauf vorbereitet sein, dass die Ware bei später Bestellung nicht mehr rechtzeitig ankommen wird“, sagt IFH-Experte Christoph Lamsfuß.

Nach wie vor sind E-Bikes der Wachstumstreiber. Durch ihre Ansiedlung im oberen Preissegment mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von rund 2.600 Euro machten sie in 2020 70 Prozent des Marktvolumens aus. Zwar konnten laut IFH auch andere Typen wie Straßensporträder und Trekking-Bikes infolge der Pandemie bei Verbrauchern punkten – „E-Bikes werden aber wohl auch unabhängig von der Pandemie in den nächsten Jahren einen steigenden Stellenwert haben“, ahnen die Handelsforscher.

Onlinewachstum stagniert

Während das starke Onlinewachstum in den anderen Non-Food-Branchen anhält, verlangsamt es sich im Fahrradmarkt und stagniert 2020 auf einem Anteil von 21,1 Prozent. Den größten Umsatzanteil – wenn auch kontinuierlich leicht rückläufig, macht den IFH-Daten zufolge nach wie vor der Fahrrad-Fachhandel aus.

„Wer jetzt noch Ware verfügbar hat, der gehört zu den Gewinnern: Es zeigt sich, dass reaktionsschnelle und liquiditätsstarke Händler ihre Abverkäufe sogar nochmals steigern konnten und auch gut gerüstet in die kommende Saison starten können. Sicherlich vergeht noch mindestens eine Saison, bis wieder Normalität am Beschaffungsmarkt eintreten wird, aber danach werden wieder Beratungs-, Service- und Werkstattqualität stärker auf der Nachfrageseite in den Vordergrund rücken. Wichtig ist, sich jetzt dafür zu rüsten“, sagt BBE-Berater Florian Schöps.

zuletzt editiert am 11.11.2021