Fragezeichen, Frage des Monats, Fingerzeig
Wie sieht es in den Baumärkten mit Frauen in Führungspositionen aus? ... so lautet die Frage des Monats. (Quelle: Pixabay)

Fachkräftemangel 2023-09-28T09:00:27.298Z Frauen in Führungspositionen

„Frauen in Führungspositionen“ ist ein heißes Thema. BaumarktManager will wissen, wie es die Unternehmen in der Branche damit halten, ob es eine Frauenquote gibt oder ob das Quatsch ist, wie die Unternehmen Frauen auf dem Weg an die Spitze unterstützen, wie viel Prozent der Belegschaft weiblich sind und wie hoch der Frauen-Anteil in Führungspositionen ist.

Medien berichten immer mehr von erfolgreichen Frauen an der Spitze. Aber in den 200 größten Unternehmen Deutschlands beträgt die Frauenquote knapp 16 Prozent. An den Hochschulen sieht es mit einem Anteil von lediglich 27 Prozent Professorinnen nicht viel besser aus, Was passiert mit den vielen top ausgebildeten Frauen, und sieht es in der Baumarktbranche besser aus?

NBB

Thomas Herzner, GF: „Wir haben innerhalb der NBB Bau- und Heimwerkermärkte GmbH eine Frauen-/Männerquote von 50/50 Prozent. In der Führung (Geschäftsleitung) haben wir eine Frauen-/Männerquote von 33/67 Prozent. Wir haben keine spezielle Frauenquote, alle Frauen werden wie die männlichen Kollegen gefördert und unterstützt.“

Bauhaus

Daniel Barth, Chief People Officer (CPO) bei Bauhaus Deutschland: ,,Bauhaus steht absolut vorbehaltlos und selbstverständlich sehr offen diesem Thema gegenüber. Hier gibt und gab es weder gläserne Decken noch Vorurteile. Darüber hinaus gilt bei Bauhaus grundsätzlich der Grundsatz: Vielfalt bereichert uns als Unternehmen und führt zu besseren Ergebnissen. Das gilt auch – und gerade – für unsere Führungsstruktur. Wir bieten schon aus eigenem Interesse Chancen auf allen Ebenen und Hierarchiestufen – unabhängig vom Geschlecht.

Es gibt bisher – außerhalb der objektiven, für alle Mitarbeitenden geltenden Kriterien – keine konkreten Vorgaben, die es verbindlich zu erfüllen gilt. Das Thema wird jedoch nicht unter den Teppich gekehrt und ist somit auf allen Ebenen präsent.

Bauhaus stärkt mit Weiterbildungsprogrammen, Schulungen und E-Learnings die (Fach-)Kompetenzen stets all seiner Mitarbeitenden. Wer Führungsverantwortung übernehmen möchte, hat bei persönlicher Eignung und guten Leistungen beste Chancen, das angestrebte Ziel zu erreichen. Das gilt uneingeschränkt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Bauhaus-Nachwuchsführungskräfteprogramme bieten einen gezielten und strukturierten Einstieg in die Führungslaufbahn. Interne Mitarbeitende haben verschiedene Möglichkeiten, sich in eine Führungsposition zu entwickeln. Beispielsweise über eine Fortbildung zum Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel (m/w/d) oder eine Fortbildung zum geprüften Handelsfachwirt (m/w/d). Teil aller Nachwuchsführungskräfteprogramme ist es, Einblicke in den Führungsalltag zu erhalten, eigene Projekte anzupacken und sich mit den anderen Nachwuchsführungskräften bei Bauhaus zu vernetzen. 

Unsere künftigen und aktuellen Führungskräfte unterstützen wir mit einem breiten Portfolio an digitalen und persönlichen Lernformaten. Es ist Bauhaus wichtig, allen Führungskräften das passende Rüstzeug für ihre Führungsarbeit mit an die Hand zu geben und auf die persönlichen Bedarfe und individuellen Erfahrungen einzugehen. 

Zudem schafft Bauhaus die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Mitarbeitenden Beruf- und Privatleben bestmöglich miteinander vereinen können. Wir bieten flexible Arbeitszeitmodelle für die Förderung der Work-Life-Balance und nehmen Rücksicht auf die besondere Situation von berufstätigen Eltern. Das gilt für Mitarbeitende aller Geschlechter gleichermaßen. 

Dort wo strukturelle oder branchenspezifische Umstände zu Nachteilen für Frauen führen, müssen diese beseitigt bzw. überwunden werden – daran kann es keine Zweifel geben.  

In unseren Fachcentren liegt der Anteil der Mitarbeiterinnen bei rund 43 Prozent. Über die verschiedenen Führungsebenen in den Fachcentren hinweg liegt der Anteil an Frauen bei nahezu 34 Prozent.“

Hornbach

„Chancengleichheit und Diversität haben bei uns traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Schließlich sind mehr als 25.000 Menschen in neun Ländern Europas Teil unserer Unternehmensgruppe. In der Vielfalt der Menschen und Kulturen liegt unsere Stärke. Was den Anteil von Frauen und Männern im Unternehmen betrifft, so ist bei uns etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden männlich. Das Verhältnis bei den Führungskräften liegt bei 3:1. Wir werden auch weiterhin ambitionierte Ziele verfolgen, um den Entwicklungen in unserer Gesellschaft insgesamt Rechnung zu tragen.“

Obi

Unabhängig von Alter, Herkunft und Geschlecht verspricht Obi seinen Mitarbeitenden ein Arbeitsumfeld, das sie wertschätzt und es ihnen ermöglicht, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist ein wichtiges Thema, an dem OBI aktuell arbeitet.

Eine Frauenquote gibt es nicht. Aber Obi hat es sich zum klaren Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern – sowohl im Vertrieb als auch in der Zentrale. Obi ist sich bewusst, dass es hier Nachholbedarf gibt. Unter den festangestellten Mitarbeitenden bei Obi liegt der Frauenanteil in Deutschland bei 49 Prozent. In der Zentrale stellen Frauen etwa 45 Prozent der Belegschaft, im Vertrieb sind 49 Prozent der Mitarbeitenden weiblich. Sowohl in der Zentrale als auch im Vertrieb liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen unter dem Anteil von Männern in Führungspositionen.

„Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen signifikant zu erhöhen, erarbeiten wir derzeit passende Maßnahmen. Hierbei beschäftigen wir uns damit, was aus Sicht unserer Mitarbeitenden derzeit mögliche Karrierehindernisse sind, und identifizieren auf dieser Basis konkrete Ansätze zur Verbesserung. Dabei steht beispielsweise eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Fokus. Im Zuge neuer ‚New Work‘-Angebote bietet Obi seinen Mitarbeitenden beispielsweise bereits mehr Arbeitszeitflexibilität, etwa durch die Möglichkeit, übergangsweise die Arbeitszeit zu reduzieren.“

Globus

Pia Frey, Geschäftsführerin Finanzen und Personalmanagement: „Wir bei Globus Baumarkt machen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, jeder ist bei uns gleichermaßen herzlich willkommen. Eine Frauenquote haben wir nicht, da für uns die Qualifikation jedes Einzelnen entscheidend ist. Zum beruflichen Aufstieg bieten wir unseren Mitarbeitern vielfältige Weiterbildungsseminare und Coachings an. Frauen bilden einen wichtigen Grundpfeiler unseres Unternehmens. So ist fast die Hälfte unserer Gesamtbelegschaft weiblich, ein Drittel der Führungspositionen wird von Frauen ausgeübt.“

Hagebau

„Baumärkte sind längst keine ‚Männersache‘ mehr. Sowohl bei der Kunden- als auch der Mitarbeiterstruktur finden wir einen hohen Frauenanteil, im Bereich des Marketings haben wir uns sogar für eine Frau als Identifikationsfigur (‚Frau Kobsa‘) entschieden. Gerade in Zusammenhang mit der neuen Hagebau-Dachmarkenstrategie profitieren wir von der offenen, sympathischen Art unserer neuen Image-Trägerin: Dank ‚Frau Kobsa‘ bleibt die begleitende Marketingkampagne besser und länger im Gedächtnis, und auch die Reaktionen aus dem Kundenkreis sind durchweg positiv.

Eine Aussage zum Frauenanteil in der Belegschaft können wir nur für die Hagebau-Zentrale treffen. Hier kommen wir auf eine Quote von rund 43 Prozent, wobei darunter auch zahlreiche weibliche Führungskräfte von der Geschäftsleitungs- bis zur Abteilungsleitungs-
ebene sind. Eine verpflichtende Frauenquote gibt es dagegen nicht: Wir fokussieren auf die bestqualifizierte Person für eine Aufgabe und begrüßen ausdrücklich die Bewerbung von Frauen – für alle Positionen im Unternehmen.“

Wie ist die Frauenquote in Führungspositionen in den Baumärkten? Dieser Frage ging BaumarktManager nach. (Quelle: Gerd Altmann/Pixabay)
zuletzt editiert am 11. Mai 2023
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