Die Baustoffabteilungen sind die echten Gewinnbringer in den Baumärkten. Vor allem Profis transportieren oft große Mengen an Material aus dem Laden. Heimwerker stehen eher auf kleiner Gebinde.
Bei Baustoffen und bauchemischen Produkten unterscheidet sich das Sortiment des Baumarktes kaum von dem des Baustofffachhandels. Dies war schon immer so. Präsentiert meist in Schwerlastregalen oder auf Paletten auf dem Boden findet der Kunde seine Ware. Im Drive-in kann er bequem bis ans Regal heranfahren und dort die Produkte einladen. Auch Profis kaufen zunehmend ihre Baustoffe im Baumarkt, denn neben verarbeiterfreundlichen Öffnungszeiten locken auch Angebote wie Kundenkarte und Lieferscheinkonto. Wenn dann auch noch die Produktberatung stimmt, scheint alles perfekt.
Privat oder Profi
Die Ansprüche von Profis sind natürlich meist andere als beim Privatkunden, zumal sie über das entsprechende Produkt- und Fachwissen verfügen und einen Berater meist nur für spezielle Fragen brauchen. Immer häufiger werden Neueinführungen speziell bei dieser Zielgruppe über Kundenbindungsmaßnahmen wie Handwerkerabende etc. beworben. Auch hier gibt es somit kaum noch einen Unterschied zum Fachhandel. Solch einen „Vorteil“ genießt der Privatkunde natürlich nicht. Er muss daher ganz anders erreicht werden, zumal sich die Sortimente in den letzten Jahren massiv verändert haben. Viele Produkte sind komplexer geworden, andere hingegen deutlich einfacher in der Anwendung.
Oft sind Kunden beispielsweise auf der Suche nach dem ‚einen Mörtel‘, mit dem sich alle Arbeiten erledigen lassen. Doch soll ein perfektes Ergebnis an der Innenwand erzielt werden, sind in der Regel viele Arbeitsschritte und damit auch unterschiedliche Produkte nötig. Das Angebot der Beschichtungen reicht von Materialen zur Rissüberbrückung über Putze mit Dampfdiffusionsoffenheit bis hin zu Materialien zur Regulierung des Raumklimas. Besondere Schlussbeschichtungen runden das Projekt dann meist erst ab. Heimwerker bevorzugen für ihren kleineren Arbeiten auch meistens eher kleiner Gebinde. Lesen Sie hierzu auch unser Fachverkäuferinterview
In mancher Hinsicht einfacher wurde es beispielsweise beim trockenen Innenausbau. Knauf bietet z. B. ein Komplettwandsystem mit wohnfertiger Oberfläche an, das sich ebenso leicht wie zeitsparend verarbeiten lässt, denn sonst übliche Arbeitsschritte wie Spachteln, Schleifen, Grundieren, Streichen, Verputzen oder Tapezieren fallen hierbei nicht mehr an. Die faserverstärkten und imprägnierten Gipsplatten werden bereits mit hochwertigen Dekoren bedruckt angeboten. Ein anderes Beispiel ist die Weiterentwicklung bei Dämmstoffen. Saint-Gobain bietet heute ein Produkt an, das in der chemischen Zusammensetzung mit Steinwolle vergleichbar ist, aber nach dem Herstellungsverfahren der Glaswolleproduktion gefertigt wird. Durch dieses Verfahren wurde es möglich, die jeweiligen Vorteile von beiden Produkten in einem Dämmstoff zu vereinen. Diese Vorzüge sind eine hohe Hitzebeständigkeit von über 1.000 °C, ein niedriges Gewicht ohne störende Schmelzperlen und gleichzeitig eine hohe Klemmfähigkeit inklusive eines hohen Schallschutzes.
