GfK Grafik Dezember 2019
Der Verlauf des Konsumklimas über einen Zeitraum von sechs Jahren (Quelle: GfK)

Branche 2019-11-26T00:00:00Z GfK: Konsumklima legt leicht zu

Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilt, hellt sich die Stimmung der Verbraucher im November wieder auf. Konjunktur- unde Einkommenserwartung legen spürbar zu, die Anschaffungsneigung behauptet ihr sehr hohes Niveau.

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher hellen sich im November spürbar auf. Damit sei der der Abwärtstrend – zumindest vorerst – gestoppt, so die GfK in ihrer aktuellen Konsumklimastudie. Der Indikator gewinnt 15,5 Zähler hinzu und klettert auf 1,7 Punkte. Damit liegt er wieder leicht über seinem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Ein stärkerer Anstieg wurde beim Konjunkturindikator zuletzt vor über neun Jahren, im Juni 2010, gemessen. Damals stieg er während der Erholungsphase nach der größten Rezession in der Nachkriegsgeschichte sogar um knapp 33 Zähler. Nach den ersten vorläufigen Meldungen des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Wirtschaft entgegen den Erwartungen im dritten Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,1 Prozent gewachsen. Viele Experten hatten ein leichtes Schrumpfen vorausgesagt, was ein Abrutschen Deutschlands in eine „technische“ Rezession bedeutet hätte, da dies bereits der zweite Rückgang in Folge gewesen wäre.

Im Sog deutlich zunehmender Konjunkturaussichten legt auch die Einkommenserwartung im November spürbar zu. Der Indikator gewinnt 6,5 Zähler hinzu und liegt nun bei 45,5 Punkten. Er kompensiert damit seine Verluste aus dem Vormonat (-7,8 Punkte) nahezu vollständig.

Trotz schwächelnder Konjunktur und bereits oben angesprochener Risikofaktoren lassen sich die deutschen Verbraucher ihre Konsumlaune nicht verderben. Die Anschaffungsneigung hält ihr sehr hohes Niveau, wenn auch der Indikator im November geringe Einbußen hinnehmen muss. Er verliert 1,7 Zähler und weist nun 50 Punkte auf.

Die Konsumneigung wird auch künftig Rückenwind durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten. Durch die nochmalige Verschärfung der Niedrigzinspolitik drohen nun zunehmend für Privatanleger Strafzinsen für Geldanlagen bei Banken und Sparkassen. Das wird vermutlich den einen oder anderen Sparer veranlassen, eher mehr Geld in Anschaffungen bzw. Ausgaben zu stecken als es auf die hohe Kante zu legen.

So prognostiziert GfK für Dezember einen Gesamt-Indikatorwert von 9,7 Punkten und damit 0,1 Zähler mehr als im November.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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