Das Leitmotto der diesjährigen Spoga+Gafa lautet „Responsible Gardens – Verantwortungsvolle Gärten“. Was es damit und mit den Konsumansprüchen kommender Generationen in den nächsten zwei Jahren auf sich hat, durften rund 65 europäische Fachpressevertreter am 12. März im Rahmen eines internationalen Roundtable in Utrecht erfahren.
Vortragende waren dort nicht nur Vertreter der Messe selbst, sondern auch Branchenexpertinnen wie Theresa Schleicher, führende Handels-Zukunftsforscherin in der DACH Region und renommierte Wirtschafts-Vordenkerin, die bereits auf dem BHB-Kongress und erst kürzlich auf der BHB-Jahrespressekonferenz referierte.
In ihrer Keynote „Was bleibt? Ein Blick auf die nächste Generation des nachhaltigen Konsums“ skizzierte sie die Trends. Die zentrale Nachricht: Der Wunsch nach Konsum ist da, der Wunsch nach Fokus aber auch. Als nachhaltigste Initiative im Handel fordern Konsumentinnen und Konsumenten demnach in erster Linie eines: 20 Prozent weniger. Weniger Flächen, weniger Produkte, weniger Händler, weniger Produkte, Verpackungen und Plastik. Einen Anstieg in der Verbrauchergunst erleben stattdessen langlebige, vielfältige Waren und solche, die den Verzicht nicht zur mahnenden Pflicht machen, sondern mit Spaß und Genuss verbunden sind. Auch Konzepte zur gemeinsamen Nutzung von Produkten und der Vermietung gewinnen an Attraktivität.
Jüngere Kundschaft sieht grüne Branche als nicht zeitgemäß
Die gesellschaftliche Mitte will neue Kundenmagnete: Erwünscht sind regenerative Sortimente, kleine Luxusprodukte und langlebige Preis-Einstiegs-Produkte. Auch smarte Alltags-Produkte, die Gärten und das eigene Zuhause nachhaltiger und energie-effizienter machen. Gerade die jüngere Kundschaft empfindet die grüne Branche derzeit vielfach als nicht zeitgemäß. Vermisst werden in den meisten Ländern in Europa schnelle und gute Online-Services und Shops, die schnell und klimaneutral ausliefern. Der Trend des E-Commerce und zur Buchung von Services und Beratung wächst. Ebenfalls gewünscht sind Second Hand-Plattformen. Verpackungen hingegen sind zunehmend unerwünscht.
Art der Verpackung wird immer wichtiger
Über 60 Prozent der Menschen in der DACH-Region achten bei ihrer Kaufpräferenz auf die Menge und Art der Verpackung. Unverpacktes kommt positiv an, ebenso Re-Fill Optionen, recyclebare Verpackungen und Produkte in wasserreduzierten Aggregatszuständen. Vor allem die jüngeren Gen Z Kundschaft vermisst zudem regionale Preiseinstiegs-Produkte und sucht die Rückkehr zur Kernfunktion abseits von Preisaktionen oder Billig-Angeboten. „2024/2025 werden wir uns von ständig nach unten gehenden Preisspiralen verabschieden“, lautete so auch ein Fazit von Theresa Schleicher
