HDE Innenstädte
Leere Gassen waren während Corona kein seltenes Bild in Innenstädten (Quelle: Pixabay: Free-Photos)

Grüne Fakten 2020-05-27T00:00:00Z Grüner Handel: Für viele die erste Anlaufstelle in Zeiten von Corona

Wie der aktuelle Corona Consumer Check zeigt, ist die Kauflust der Konsumenten nach den Lockerungen zur Ladenöffnung gestiegen, insgesamt aber noch verhalten. Gartencenter und Baumärkte liegen jedoch auf Platz eins der Händler, die zuerst aufgesucht wurden.

Seit der schrittweisen, bundesweiten Öffnung von Geschäften hat sich die Lage für den Einzelhandel entspannt. Das verdeutlicht auch die dritte Ausgabe des Corona Consumer Checks, der vom Forschungsinstitut ECC Köln Mitte Mai durchgeführt wurde: Nach einem starken Einbruch aufgrund der coronabedingten Schließungen ist die Frequenz in deutschen Innenstädten im Vergleich zu den vorherigen Wochen wieder sichtbar gestiegen. Allerdings liegt der Wert immer noch deutlich niedriger als vor Ausbruch der Pandemie. Wie etwa ein Vergleich der Anzahl der Shopper in Großstädten in der KW 19 mit der Anzahl zum selben Zeitpunkt ein Jahr zuvor zeigt, beläuft sich der Rückgang auf teilweise 50 Prozent.

Erster Weg führt oft ins Gartencenter

Die ECC-Befragung ergab zudem, dass Geschäfte derzeit meist nur mit konkretem Anlass aufgesucht werden. Der ausgiebige Shoppingsamstag steht somit für viele Käufer aktuell noch nicht auf der Tagesordnung. „Das liegt insbesondere daran, dass es noch viele Beschränkungen gibt. Vor allem durch die Maske, die den Einkauf erschwert und wenig Lust macht, lange im Geschäft zu stöbern“, sagt Anne Lisa Weinand, Leiterin ECC Köln. Bei der Frage, welche Art von Geschäft die Konsumenten seit den Lockerungen als erstes aufgesucht hätten, stehen Händler aus den Bereichen Garten und Heimwerken laut Corona Consumer Check mit 27 Prozent ganz oben auf der Liste, gefolgt von Händlern aus den Bereichen Freizeit und Hobby mit 22 Prozent. Ob die Gartencenter und Baumärkte, die in den meisten Bundesländern durchgehend weiterverkaufen konnten, vor oder nach der bundesweiten Öffnung aufgesucht wurden, wird nicht genauer definiert. Dennoch zeigt sich sehr deutlich: Gärtnern und Heimwerken hat in der aktuellen Situation für viele eine hohe Priorität.

Weiterer Shift Richtung Online

Corona hat die Verschiebung von stationären Einkäufen hin zum Online-Shopping verstärkt, wie die Erhebung des ECC weiterhin verdeutlicht. Während zu Beginn der Beschränkungen im März 2020 noch 13 Prozent der im Rahmen des Corona Consumer Checks befragten Konsumenten angaben, den gewohnten stationären Einkauf nun bewusst online zu tätigen, lag der Wert bei der zweiten Erhebung Mitte April bei 22 Prozent und in der KW 19 sogar schon bei 35 Prozent. Ob sich in den kommenden Monaten ein Rückwärtstrend einstellt, ist nach Einschätzung des ECC nicht abzusehen. Allerdings zeigt sich bei den Befragten eine hohe Zufriedenheit bei Online-Käufen. So gaben etwa 96 Prozent an, sich vorstellen zu können, jetzt online gekaufte Artikel weiter übers Internet zu bestellen.

Online fehlt der persönliche Kontakt

Als Grund für eine Online-Bestellung nannten viele die einfache und unkomplizierte Kaufoption und die Zeitersparnis. Vorteile, die nicht erst seit Corona dazu führen, dass der Online-Handel boomt. Dennoch: Trotz der Zunahme der Online-Verkäufe konnten nicht alle Händler überzeugen. Etwa ein Fünftel der im Rahmen des Corona Consumer Checks Befragten gab an, dass ihr Vertrauen in die Internetanbieter in den vergangenen Wochen nicht gestärkt worden sei. Auf die Frage, was sie beim Online-Shopping vermisst hätten, nannten 21 Prozent aller Umfrageteilnehmer den persönlichen Kontakt zum Mitarbeiter und 18 Prozent die individuelle Beratung. Weiterhin wurde von 14 Prozent die Preistransparenz und von 12 Prozent die direkte Präsentation von relevanten Produkten vermisst. Verständliche Informationen zu den Produkten suchten 11 Prozent der Befragten vergeblich.

Corona Consumer Check Slide
Die dritte Ausgabe des Corona Consumer Checks zeigt: Gartencenter und Baumärkte zählten für fast ein Drittel der Konsumenten zu den ersten Anlaufstellen nach den Lockerungen. (Quelle: ECC Köln)


zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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