Die Vielfalt an Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten ist in Bedrängnis. Dies zeigen auch Berichte der Vereinten Nationen. Doch warum ist Biodiversität so bedeutend für Gärten in Zeiten des Klimawandels und was können Gartenfreunde im eigenen Grün für mehr Vielfalt tun?
Deutsche Gartenfreunde sind beim Thema Biodiversität zwiegespalten. Laut einer Umfrage von Gardena ist für 70 Prozent der Gärtner Biodiversität bei der Gestaltung ihres Gartens nicht relevant, doch 64 Prozent der Befragten geben an, dass naturnahe Gärten wichtig sind und sie diese Räume schaffen und pflegen wollen. Bei schnellen umsetzbaren Projekten wie der Pflanzenauswahl kommen Elemente des biodiversen, an den Klimawandel angepassten Gärtnerns zum Tragen: 71 Prozent achten auf eine regionale Herkunft der Pflanzen bei der Gestaltung von Balkon und Garten, für 74 Prozent spielt die Insektenfreundlichkeit bei der Pflanzenauswahl eine Rolle. Auch der Wasserbedarf der Pflanzen ist für 62 Prozent ein wichtiger Aspekt. Es herrscht also ein Bewusstsein für das Thema, und schon kleine Schritte unterstützen die Artenvielfalt und somit auch die Widerstandsfähigkeit des eigenen Grüns.
Viele Projekte und Initiativen zeigen, dass der Wille, die Vielfalt zu fördern, wächst. Städte und Gemeinden unterstützen die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünflächen und pflanzen vermehrt Bäume. Gartenkonzepte wie die Permakultur, deren Grundlage ein sorgsamer Umgang mit der Natur und das pestizidfreie Kultivieren von Obst und Gemüse ist, fassen zunehmend Fuß. Der einst populäre Schottergarten, der wenig Raum für Tiere und Pflanzen lässt, ist für 60 Prozent der Befragten mittlerweile ein Tabu. Und dies aus guten Gründen: Derart versiegelte Flächen bieten Tieren keine Nahrung und Rückzugsraum, zudem werden Auswirkungen des Klimawandels nicht abgefedert. Naturnah bepflanzte Gärten hingegen lassen Regen versickern und lindern durch Verdunstung den Hitzestau im Sommer.
Wer den ersten Schritt hin zu mehr Natur einmal gemacht hat, wird ihn nicht bereuen, darauf weist Gardena in einer Mitteilung hin. Es ist bereichernd, durch das Schaffen naturnaher Gartenbereiche nicht nur sich selbst, sondern auch vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu bieten. Der eigene Garten oder Balkon ist ein guter Ort, selbst aktiv zu werden und einen Beitrag für mehr Biodiversität zu leisten. Auch wenn die Fläche begrenzt sein mag: Maßnahmen wie der Bau eines kleinen Gartenteichs, das Begrünen der Hausfassade oder das Bepflanzen eines Hochbeets oder Topfs mit einheimischen Wildstauden sind ein sinnstiftender Anfang! Schließlich bedecken Gartenareale gesamtheitlich betrachtet eine nicht zu unterschätzende Fläche und spielen bei der Vernetzung von Grünflächen eine wichtige Rolle. Den Naturwert seines Gartens oder Balkons zu optimieren und auf Biodiversität zu setzen, lohnt sich auf jeden Fall, erhöht es doch die Zukunftsfähigkeit der eigenen Grünfläche.
