Sicht- und Sonnenschutz gehört zu den Krisengewinnern in der Pandemie. Das geht aus dem „Branchen-Report Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz 2021“ von Marketmedia24 und BitBurst hervor. Untersucht wurde das Kaufverhalten von Konsumenten in sechs europäischen Ländern.
Insgesamt 3.473 Personen ab 18 Jahren wurden für den Branchen-Report Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz 2021 von März bis Mai 2021 rund um das Thema Fensterausstattung befragt. Abgeklopft haben die Marktforscher der internationalen Agentur Marketmedia24 aus Köln in Kooperation mit dem Monheimer Technologieunternehmen BitBurst GmbH unter anderemKaufkriterien, präferierte Shopping-Kanäle und Anschaffungspläne.
Die Antworten geben nicht nur tiefe Einblicke in das länderspezifische Kaufverhalten, sondern auch in die Motive und Pläne der nach Geschlechtern, Alters- und Einkommensklassen, Haushaltsgrößen und Wohnsituation spezifizierten Zielgruppen. So präferieren beispielsweise in Italien fast alle Generationen Fachhändler und Raumausstatter als wichtigste Einkaufsquelle, während das in Deutschland vorzugsweise bei den älteren Semestern der Fall ist. Während hierzulande sowie in Österreich und der Schweiz jeweils nichts über die Optik als Kaufgrund für eine neue Fensterausstattung geht, hat in Italien (79,8 Prozent) und Frankreich (78,3 Prozent) das Material eine weitaus höhere Priorität. In Großbritannien dagegen muss in erster Linie der Preis (71,0 Prozent) stimmen.
Aussichten bleiben gut
Der Markt zeigte sich stabil: Während in Deutschland die Umsätze von 2010 bis 2019 fast ununterbrochen im Jahresdurchschnitt um 2 Prozent stiegen, stürzte der Umsatz im Corona-Jahr 2020 nicht wie in vielen anderen Konsumgütermärkten ab, sondern erfuhr einen Wachstumsschub von fast 9 Prozent. Damit gehören Gardinen sowie innenliegender Sicht- und Sonnenschutz begünstigt von Homing, Homeoffice, Lockdown-Beschränkungen und höherem frei verfügbarem Einkommen zu den „Krisengewinnern“.
Auch für das laufende Jahr kristallisieren sich für die Branche gute Umsatzchancen heraus, wie die Zukunftsszenarien von Marketmedia24 zeigen. Anhand wissenschaftlicher Methoden werden dabei drei Modelle bis zum Jahr 2028 für Gardinen sowie innenliegenden Sicht- und Sonnenschutz aufgezeigt. Danach winkt der deutschen Branche beispielsweise im Best-Case-Szenario („Cocooning-Szenario“) bis 2028 ein Anstieg um 29 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.
Onlinehandel dürfte deutlich zulegen
Was die Vertriebswege angeht, zeigen sich die Zukunftsszenarien im „Branchen-Report Gardinen, Sicht- und Sonnenschutz 2021“ mehrheitlich verhalten optimistisch. Demnach sei davon auszugehen, dass sich die Distributionsformate in Deutschland bis 2028 ihren bisherigen Wachstums-, Stagnations- oder Schrumpfungstrends entsprechend entwickeln. So haben 2020 die beiden führenden Shopping-Kanäle – stationärer Fachhandel und Fachmärkte sowie Möbelhandel – zwar vom steigenden Marktwachstum profitiert. Doch der Wettbewerb schläft auch in dieser Branche nicht. Die Marktforscher von Marketmedia24 erwarten, dass der Marktanteil des Online-Handels so weit ansteigt, dass er schon 2022 mit dann 20,8 Prozent Fach- und Möbelhandel als Marktführer ablöst und dass 2028 fast ein Viertel aller Umsätze mit Gardinen, Sicht- und Sonnenschutzprodukten online erwirtschaftet werden.
