Rund 200 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen am Freitag zur Gesellschafterversammlung der Hagebau nach München. Klare Botschaft der Tagung: Die Kooperation ist komplett und gut aufgestellt, um die Gesellschafter mit Lösungen zu unterstützen, die im Tagesgeschäft einen relevanten Mehrwert stiften. Und klar ist auch: Selten war eine Kooperation so wichtig wie in diesen Zeiten des permanenten Wandels.
Trotz anhaltend herausfordernder Rahmenbedingungen präsentiert sich die Hagebau als wirtschaftlich stabiler und strategisch handlungsfähiger Verbund. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Gesamtumsatz aus Ware und Dienstleistungen auf 6,25 Mrd. Euro und lag damit 1,3 Prozent über dem Vorjahr. Während das Einkaufsvolumen im Fachhandel um 5,0 Prozent zulegen konnte, verzeichnete der Einzelhandel ein Minus von 6,3 Prozent. Das Gesamtergebnis aus Bonus und Jahresüberschuss blieb mit rund einer halben Milliarde Euro auf konstant hohem Niveau.

Finanz-Geschäftsführer Sven Grobrügge unterstrich die Bedeutung der Kooperation gerade in einem angespannten Marktumfeld: Die Gesellschafter profitieren von der Rolle der Hagebau als Zentralfakturierer, von stabilen Kreditversicherungslinien und der engen Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Die gute Bonität gegenüber Banken und Kreditversicherern sowie ein solides Eigenkapital schaffe die Basis für ausgereifte Finanzierungsdienstleistungen, so Grobrügge.
Aufsichtsratsvorsitzender Robert Grieshofer stellte die besondere Stärke des Verbunds heraus: die Verbindung von unternehmerischer Eigenständigkeit mit gemeinsamer Leistungsfähigkeit. Diese könne die Kooperation nur entfalten, wenn sich die Gesellschafter aktiv einbringen und die Zusammenarbeit mitgestalten.

Strategisch rückt die digitale Transformation noch stärker in den Mittelpunkt. Mit dem neuen Ressort „Digitales, Technologie & HR“ und Geschäftsführerin Ines von Jagemann soll die Verzahnung von stationären Stärken und digitalen Kompetenzen deutlich ausgebaut werden. Die Zukunft der Hagebau sei digital; Omnichannel-Strukturen sind etabliert, nun gehe es darum, die Wirkung im Geschäft der Gesellschafter messbar zu machen. Daten und KI – etwa über Hagebau GPT – sollen künftig skalierbar genutzt werden, um Kräfte zu bündeln, Prozesse zu standardisieren und die Standorte vor Ort spürbar zu entlasten.

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist das Thema Nachfolge in den Familienunternehmen. Mit Formaten wie dem „Jungen Forum“ und speziellen Austauschplattformen begleitet die Hagebau den Generationswechsel. Ziel ist es, ein Netzwerk „von Nachfolgende für Nachfolger“ zu schaffen, das Erfahrungstransfer, offene Diskussion auf Augenhöhe und Unterstützung über einzelne Häuser hinaus ermöglicht. Nachfolge wird dabei ausdrücklich als langfristiger Prozess verstanden, bei dem sich auch die abgebende Generation aktiv einbringen muss, um das Lebenswerk zu sichern.
In einem Markt, in dem kleinere Wettbewerber zunehmend unter Druck geraten und Warenverfügbarkeit sowie Preiswürdigkeit entscheidend sind, sieht sich die Hagebau insgesamt gut aufgestellt – als stabiler Partner für über 300 selbstständige Unternehmen und als „Fels in der Brandung“ des DIY- und Baustoffhandels.