Die Hagebau zeigt sich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Die Kooperation hat 2024 Strukturen gezielt weiterentwickelt und zentrale Entscheidungen getroffen. Auf der Gesellschafterversammlung am 26. und 27. Juni 2025 in Berlin wurde deutlich: Die Hagebau richtet sich strategisch aus, mit klaren Prioritäten und spürbaren Fortschritten.
Der Gesamtumsatz aus Ware und Dienstleistungen lag im Geschäftsjahr 2024 bei 6,17 Milliarden Euro. Der Rückgang um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Bündelung des Warengeschäfts in der Hagebau zurückzuführen, wodurch konzerninterne Zwischenverkäufe entfallen. Das operative Warengeschäft blieb mit 5,99 Milliarden Euro stabil. Zugleich hat die Hagebau auch in anspruchsvollen Zeiten die Bonusquote im Fach- sowie im Einzelhandel auf hohem Niveau weiter steigern können – ein Signal, dass wirtschaftliche Substanz und Verlässlichkeit für die Gesellschafter weiter im Fokus stehen.
Stabilität und Erneuerung – gemeinsam entschieden
„2024 war ein Jahr, in dem wir viele Entscheidungen treffen mussten und das haben wir gemeinsam getan“, betonte Robert Grieshofer, Vorsitzender des Aufsichtsrats. „Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, nicht nur Krisen zu bewältigen, sondern die Zukunft aktiv zu gestalten. Stabilität und Erneuerung gehören bei der Hagebau zusammen.“
Vor dem Hintergrund eines sich dynamisch verändernden Marktumfelds hat sich die Kooperation 2025 auf fünf strategische Schwerpunkte verständigt: den Rollout des ERP-Systems EOS, die Weiterentwicklung von Stammdatenmanagement und Datenqualität, die gezielte Stärkung des Handelsgeschäfts, die Umsetzung der Omnichannel-Strategie sowie die Neuausrichtung der Verhandlungsstrukturen im Einzelhandel. Diese Maßnahmen sollen nicht nur Prozesse verbessern, sondern spürbaren Nutzen für die Gesellschafter im Tagesgeschäft wie in der strategischen Entwicklung bringen.
Ergänzend arbeitet die Hagebau an übergreifenden Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz, Informationssicherheit und der Umsetzung regulatorischer Anforderungen, etwa aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ziel ist es, frühzeitig Grundlagen zu schaffen, auf die Gesellschafter zurückgreifen können.
Im Rahmen der turnusmäßigen Aufsichtsratswahl wurden Julian Tintelnot, geschäftsführender Gesellschafter der Linnenbecker Gruppe, und Manfred Meyer, Geschäftsführer des Holzspezialisten Klöpferholz, in ihren Ämtern bestätigt. Die Wiederwahl unterstreicht das Vertrauen der Gesellschafter in die bestehende Besetzung und die Kontinuität in der strategischen Begleitung der Kooperation.
Fachhandel mit neuer Verantwortung und klarem Kurs
Für Christian Rabe, seit dem 1. Juni Geschäftsführer Fachhandel, fußt die Zukunft des Fachhandels auf drei Säulen: wirtschaftlicher Vorteil, relevante Dienstleistungen und verbindliche Zusammenarbeit. Er machte in Berlin deutlich, dass Kooperation für ihn konkrete Unterstützung im Alltag bedeutet. „Der wirtschaftliche Nutzen ist und bleibt das Fundament: durch den gemeinschaftlichen Einkauf, starke Eigenmarken und gezielte Bonusmodelle“, so Rabe.
„Wir werden den Fachhandel wieder sichtbarer machen – nach innen wie nach außen“, versprach Rabe. „Und wir setzen auf Austausch: mit regionalen Dialogformaten und offener Diskussion, die auf Augenhöhe funktioniert.“
Einzelhandel setzt auf mehr Nähe und mehr Wirkung
2024 war im Einzelhandel der Hagebau ein Jahr der Neujustierung mit gezielten Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Einkauf, Sortiment, Preisstrategie, Marketing und Digitalisierung wurden gezielt weiterentwickelt. Das Importvolumen konnte verdoppelt, neue Preisrollen eingeführt sowie die Hagebau App und der Onlineshop funktional erweitert werden. Parallel wurden eine kundenorientierte Sortimentsstrategie und Flächensteuerung neu erarbeitet, die in den kommenden Jahren als Grundlage für die Marktentwicklung dienen werden.
„In den zentralen Bereichen wie Pricing, Datenqualität und Digitalisierung geht es mit großen Schritten voran, immer mit der Zielstellung der Ertragssteigerung und Effizienzsteigerung“, sagte Frank Staffeld, Geschäftsführer Einzelhandel. „Aber wir wissen auch: Der Wettbewerb entwickelt sich weiter. Entscheidend ist jetzt, dass wir in der Umsetzung nicht nachlassen.“
Mit einer neuen Vertriebsstruktur und einem verbindlicheren Betreuungsmodell soll die Unterstützung der Standorte sowohl strategisch als auch operativ spürbar werden. Ziel ist es, Eigenständigkeit und Marktnähe der Gesellschafter noch stärker mit der Leistungsfähigkeit der Kooperation zusammen zu bringen und die Wirksamkeit und Verbindung zum Kunden weiter auszubauen.
„Wir müssen Kundinnen und Kunden wieder überraschen: mit Sortimenten, Aktionen, einer neuen Ansprache“, so Staffeld. „Wer soll das besser können als unsere Gesellschafter? Sie kennen ihre Märkte und können individuell auf die Region und Wettbewerbssituation zugeschnitten agieren. Jetzt ist der Moment, diese Stärken gemeinsam zu nutzen – mit Mut, Verbindlichkeit und unternehmerischer Agilität.“
Verlässlich gemeinsam gestalten
Die Hagebau setzt auf Veränderung mit Augenmaß. Der Fokus liegt auf Umsetzung, Relevanz im Markt und einem kooperativen Selbstverständnis, das auch in bewegten Zeiten trägt. „Krise bewältigen oder Zukunft gestalten? Für uns gilt beides“, so Robert Grieshofer, Vorsitzender des Aufsichtsrats. „Kooperation funktioniert nicht von selbst. Sie lebt davon, dass wir uns einbringen und Verantwortung übernehmen.“
