Die Hagebau wächst im Einzelhandel weiter und stellt gleichzeitig ihre Verhandlungsstruktur neu auf. Künftig werden Verhandlungen mit nationalen Lieferanten zentral geführt. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen, Geschlossenheit zu erhöhen und Vereinbarungen schneller in die Fläche zu bringen, heißt es in einer Mitteilung.
Bislang wurden nationale Lieferanten der Hagebau auf den Ebenen Zentrale, Allianzen und Gesellschafter verhandelt. Dieses dreistufige Modell wird in der neuen Verhandlungsstruktur zusammengeführt. Ein Team aus Mitgliedern der Soltauer Zentrale und der teilnehmenden Allianzen verhandelt künftig zentral. Zusätzliche Verhandlungsrunden auf Allianz- und Gesellschafterebene entfallen – mit Ausnahme der MBS, die auf Allianzebene weiterhin eigenständig mandatiert bleibt, so die Angaben des Konzerns.
Zum Auftakt der neuen Struktur lud die Hagebau ihre nationalen Lieferanten zum hagebau-Partner Gipfeltreffen nach Soltau ein. Mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter der Industrie nahmen vor Ort teil, weitere 330 Partner waren digital zugeschaltet. Nach einer ausführlichen Vorstellung der strategischen Ausrichtung folgte ein intensiver Austausch mit den Verantwortlichen aus Vertrieb, Marketing und Category Management.
„Mit der Einladung nach Soltau haben wir bewusst ein Zeichen gesetzt: Wir bündeln die Perspektiven aus Zentrale, Gesellschaftern und Allianzen in einer gemeinsamen Verhandlungsstruktur und an einem Ort“, wird Frank Staffeld, Geschäftsführer Einzelhandel Hagebau in der Mitteilung zitiert. „Das schafft Geschlossenheit, Schlagkräftigkeit, Schnelligkeit und Effizienz. So werden wir für die Industrie ein verlässlicher und verbindlicher Partner.“
Geschlossenheit im Verbund
Die Neuausrichtung wird von den Gesellschaftern getragen. „Wir haben uns bewusst entschieden, diesen Weg nicht nur mitzugehen, sondern aktiv mitzugestalten”, sagt Tomas Schadwill, Geschäftsführer bei Hagebau-Gründungsmitglied Hass + Hatje. „Wenn wir künftig mit unseren Industrie-Partnern sprechen, sitzt ein abgestimmtes Team mit allen relevanten Entscheidern am Tisch.”
Margit Gasser, Geschäftsführerin Lieb Markt GmbH und Baumarktallianz ÖBK in Österreich, beschreibt, wie hierfür die Basis geschaffen wurde: „Wir haben sehr gezielt in Zusammenarbeit investiert: in intensive Teambuildings, die uns nicht nur menschlich nähergebracht, sondern vor allem ein Verständnis für gemeinsame Ziele geschaffen haben. Das hilft uns, internationale Gemeinsamkeiten stärker zu nutzen und nationale Gegebenheiten kundenorientiert und klug weiterzuentwickeln.”
Einladung zur Partnerschaft
Die Weiterentwicklung der Verhandlungsstruktur geht laut Mitteilung einher mit einer neuen Sortimentsstrategie, dem Ausbau der Eigenmarken DEAL! und h-Marke sowie der Finalisierung der Konzeptmarkttypen. Neue Märkte in Föhr, Varel und Kappeln, der Eintritt des österreichischen Gesellschafters Würth Hochenburger mit seinen acht Standorten in das Hagebaumarkt-System sowie internationale Partnerschaften wie mit Merkur unterstreichen den Wachstumskurs des Hagebau Einzelhandels. 2026 gehören mehr Einzelhandelsstandorte zur Kooperation als im Vorjahr. „Wir haben unsere Hausaufgaben in den vergangenen Jahren gemacht”, betont Frank Staffeld.
Im Jahr 2025 verzeichnete die Hagebau nach eigenen Angaben einen Außenumsatz von rund 12 Milliarden Euro im Fach- und Einzelhandel. Damit ist die Hagebau ein relevanter Partner für die Industrie. Christian Rabe, Geschäftsführer Fachhandel Hagebau, betont: „Die enge Verzahnung von Fach- und Einzelhandel ist ein klarer Wettbewerbsvorteil unserer Kooperation. Diese Stärke bringen wir künftig noch verbindlicher in die Zusammenarbeit mit der Industrie ein.”
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