MAU Fachmarktcenter Kinzigbogen (Quelle: MAU)
Fachmarktzentren sind bei Investoren und Einzelhändlern beliebt. (Quelle: MAU)

Handel

17. September 2019 | Teilen auf:

Hahn-Gruppe mit Ergebnissen des Handelsimmobilienreports

Die Hahn-Gruppe hat ihren jährlich erscheinenden Retail Real Estate Report vorgelegt. Fachmarktzentren stehen bei Investoren hoch im Kurs. Baumarktbetreiber gehen tendenziell künftig von kleineren Verkaufsflächen aus.

Der deutsche Einzelhandel ist optimistisch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur ist das ein überraschendes Ergebnis der diesjährigen Einzelhändlerbefragung. Rund 60 Prozent der Befragten (Vorjahr: 52 Prozent) erwarten für das zweite Halbjahr 2019 steigende bzw. sogar deutlich steigende stationäre Umsätze gegenüber der Vorjahresperiode. Im Gegensatz dazu kalkulieren gerade einmal 12 Prozent der befragten Einzelhändler mit sinkenden Umsätzen bei ihrer Verkaufstätigkeit (2018: 11 Prozent). Eine stabile Entwicklung erwarten rd. 28 Prozent der Befragten (Vorjahr: 37 Prozent). Vor allem Lebensmittel- und Drogeriemärkte sind hier die Treiber.

Dementsprechend erwarten 43 Prozent der Umfrageteilnehmer in Bezug auf die durchschnittliche Verkaufsfläche eine stabile Entwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese Werte kaum verändert. Im Segment der Bau- und Gartenmärkte gehen allerdings nur 20 Prozent der Befragten von tendenziell größeren Verkaufsflächen aus. 40 Prozent glauben, die Verkaufsflächen bleiben in etwa stabil auf gleichem Niveau, weitere 40 Prozent erwarten künftig kleinere Verkaufsflächen.

Ausschlaggebend für die Meinung der Baumarktbetreiber ist die derzeitige wirtschaftliche Situation in der Baumarktbranche. Inkludiert man die Auslandsumsätze, so konnten die 10 größten deutschen Baumarktbetreiber laut BaumarktManager 2018 ihren Umsatz um knapp drei Prozent steigern. Der inländische Gesamtbruttoumsatz der Baumärkte summiert sich nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) im Jahr auf 18,75 Milliarden Euro, was eine Steigerung gegenüber 2017 von 1,6 Prozent, auf bereinigter Verkaufsfläche von 1,3 Prozent darstellt.

Tatsache ist aber auch: Der DIY-Markt in Deutschland befindet sich in einem Transformationsprozess. Branchenfremde Anbieter wie beispielsweise die Lebensmittel-Discounter werben mit günstigen Heimwerker- und Gartenartikeln. Hinzu kommen Nischenanbieter wie Fishbull, der mit dem kleinflächigeren Konzept der „Sonderpreis-Baumärkte“ bereits über rund 250 Standorte verfügt. Der wachsende Online-Handel von Baumarktartikeln setzt der Branche ebenfalls zu. Die großen Player im E-Commerce, wie Amazon und Ebay, stellen auch in dieser Sparte eine zunehmende Konkurrenz dar. Rund 50 Prozent der Onlineumsätze des Heimwerkerbedarfs werden vom Online-Händler Amazon erwirtschaftet, wie eine Studie des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) aufzeigt.

Bei der Hahn-Expertenbefragung der Einzelhändler ergibt sich ein eindeutiges Bild: Wenn es um die Auswahl von Handelsstandorten geht, ist das Fachmarktzentrum der beliebteste Objekttyp. So geben 50 Prozent der Einzelhändler an, dass sie das Preis-/Leistungs-Verhältnis in Bezug auf die Anmietung als attraktiv einstufen. Hingegen bewerten nur rund 15 Prozent der Händler das Shopping-Center in dieser Hinsicht als attraktiv. Solitärstandorte in Nahversorgungslagen (35 Prozent) und innerstädtische 1a-Lagen (31 Prozent) rangieren ebenfalls hinter den Fachmarktzentren.

zuletzt editiert am 25.06.2021