Hahn Report 2017
Konkurrenz durch E-Commerce und verändertes Konsumverhalten gelten als besondere Risikofaktoren. (Quelle: Hahn)

Handel 2017-09-13T00:00:00Z Hahn mit Retail Real Estate Report 2017/18

Die Veröffentlichung des neuen Berichts zum Handelsimmobilien-Investmentmarkt zeigt, dass das Kaufinteresse der Investoren anhält. E-Commerce und verändertes Konsumverhalten stellen allerdings Risikofaktoren für Investments dar.

Das Marktumfeld für Investitionen in Einzelhandelsimmobilien bleibt in Deutschland weiterhin günstig. So blickt der stationäre Einzelhandel hierzulande gemäß den Ergebnissen der Hahn-Expertenbefragungen ähnlich optimistisch in die Zukunft wie im Vorjahr: Rund 43 Prozent der befragten Entscheidungsträger des Einzelhandels erwarten für das zweite Halbjahr 2017 steigende Umsätze im Vergleich zur Vorjahresperiode (2016: 48 Prozent). Mit zumindest stabilen Umsätzen rechnen 49 Prozent (2016: 32 Prozent), Umsatzrückgänge erwarten nur 8 Prozent der Einzelhändler (2016: 20 Prozent). Entsprechend zuversichtlich beurteilen auch Handelsimmobilieninvestoren den Markt: 63 Prozent der im Rahmen der HAHN-Befragungen interviewten Investoren wollen in 2017 weiter zukaufen (2016: 65 Prozent). Nur 15 Prozent wollen tendenziell verkaufen (2016: 5 Prozent) und 22 Prozent beabsichtigen ihren Immobilienbestand zu halten (2016: 30 Prozent).

Die Lebensmittelbranche und Drogeriemärkte zeigen seit Jahren eine bessere Umsatzentwicklung auf als der Non-Food-Einzelhandel (in 2016 nominal plus 1,4 vs. 1,0 Prozent gemäß GfK Geomarketing). Hier wirkt sich günstig aus, dass die Konkurrenz durch den ECommerce weiterhin kaum eine Rolle spielt. Der Online-Handel wird in der diesjährigen Befragung wieder vom Großteil (60 Prozent in 2017 gegenüber 55 Prozent in 2016) der Befragten als primäres Risiko für den stationären Einzelhandel gesehen. An Bedeutung haben auch das veränderte Konsumverhalten der Kunden und die Wettbewerbsverschärfung durch neue Marktteilnehmer gewonnen. Dieses Jahr nannten 43 Prozent (+15 Prozent gegenüber Vorjahr) bzw. 33 Prozent (+15 Prozent gegenüber Vorjahr) diese Faktoren als zukünftige Risiken. Als weniger risikobehaftet werden steigende Immobilienkosten (2017: 13 Prozent) oder unklare ökonomische Aussichten (2017: 15 Prozent) eingeschätzt.

Die Online-Bestellung per Smartphone, Tablet oder PC führt bei manchen stationären Anbietern zu einer rückläufigen Besucherhäufigkeit. Click & Collect oder Online-Terminals in den Verkaufsräumen sind zwei der Strategien, die der stationäre Handel betreibt, um online-affine Kunden wieder in die Filialen zu locken. Gemäß Einschätzung der befragten Einzelhändler ist die Entwicklung je nach Objekttyp uneinheitlich: Nahezu die Hälfte der Umfrageteilnehmer (47 Prozent) hat bei Shopping-Centern in den letzten 12 Monaten einen Rückgang wahrgenommen (Vorjahr: 36 Prozent). Nur 2 Prozent beobachten eine steigende Frequenz (Vorjahr: 8 Prozent), während ein knappes Drittel (30 Prozent) immerhin von einer stabilen Entwicklung (Vorjahr: 39 Prozent) spricht. Im Gegensatz dazu wird eine stabile Kundenfrequenz mehrheitlich für die Filialen von Fachmarktzentren (2017: 30 Prozent gegenüber Vorjahr: 40 Prozent) und innerstädtischen Geschäftsstraßen (2017: 34 Prozent gegenüber Vorjahr: 45 Prozent) wahrgenommen, wobei für die Innenstadtlage in etwa genauso viele Expansionsmanager (2017 und 2016: 32 Prozent) feststellen, dass die Frequenz gesunken ist. Am freundlichsten ist die Entwicklung in Fachmarktzentren: Rund 17 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) der Expansionsmanager berichten von einem gestiegenen Passantenaufkommen und nur 8 Prozent (Vorjahr: 14 Prozent), dass die Frequenzen bei diesem Objekttyp gesunken sind.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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