Eine Roboterhand streckt den Zeigefinger aus. Quelle: Pexels/Tara Winstead
Der Handel findet KI-Anwendungen wichtig, nutzt sie bisher aber kaum. Quelle: Pexels/Tara Winstead

Handel

02. September 2021 | Teilen auf:

Handel setzt bisher kaum auf Künstliche Intelligenz

KI gehört kurz- und mittelfristig zu den zentralen Erfolgsfaktoren im Supply-Chain-Management, sagen 76 Prozent der Befragten in einer aktuellen EHI-Studie. Entsprechende Anwendungen nutzen momentan jedoch die wenigsten Handelsunternehmen.

„Damit die Kundschaft vor vollen Regalen stehen kann, sind KI-Prognosen äußerst hilfreich. Darum nutzen einige Handelsunternehmen bereits KI-gestützte Absatzprognosen. Da ist aber noch reichlich Luft nach oben“, meint EHI-Experte Thomas Kempcke. „Wetterprognosen werden beispielsweise noch gar nicht bei der Filialbelieferung berücksichtigt“. 

Die häufigste Anwendung, die Erstellung von Absatzprognosen, ist bei 16,7 Prozent der Studienteilnehmer bereits erfolgreich umgesetzt, gefolgt von Kampagnenprognosen (9,1 Prozent), Bestandsmanagement (8,0 Prozent) und Warenfluss-Glättung (8,0 Prozent). Alle übrigen Anwendungsmöglichkeiten bleiben unterhalb der 5-Prozent-Hürde. Gar nicht angewendet werden neben Wetterprognosen zum Beispiel auch Markdown-Optimierungen.

Bei den wirtschaftlichen Effekten einer KI-Einführung erwarten die befragten Handelsunternehmen die größten Effekte in zwei Bereichen. 80 Prozent rechnen mit positiven Auswirkungen bei der Warenverfügbarkeit und 76 Prozent bei der Bestandsoptierung. Geringe Effekte sehen die Verantwortlichen bei Anwendungen mit physischen Abläufen wie Filialprozesse, Durchlaufzeiten oder Handlingskosten.

Größte Hürde bei der Umsetzung von KI-Lösungen: die eigene Belegschaft. 86 Prozent verfügen nach eigener Einschätzung nicht über genügend entsprechend qualifiziertes Personal. Zudem befürchten 68 Prozent nicht genügend Akzeptanz bei ihrem Personal vorzufinden. Natürlich spielt auch Geld eine wichtige Rolle: 76 Prozent der Verantwortlichen scheuen die Investitionskosten.