Ein eleganter Mann in einem dunklen Anzug mit Krawatte und Brille vor einem grauen Hintergrund.
Stefan Genth (Quelle: HDE)

Handel 2021-02-09T00:00:00Z Handelsimmobilien: HDE verlangt mehr Entgegenkommen der Vermieter

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor den Folgen der Corona-Pandemie für den Handelsimmobilienmarkt. In kleinen und mittelgroßen Städten drohe „eine Verödung der Innenstädte“. Vermieter gewerblicher Flächen sollten Mietminderungen gewähren.

„Das Interesse von Investoren an Handelsimmobilien ist auch in der Pandemie vorhanden. Allerdings zeichnen sich je nach Branche deutliche Unterschiede ab, die den Handelsimmobilienmarkt in diesem Jahr prägen werden“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth beim „Deutschen Handelsimmobilienkongress“. So bestehe etwa bei Fachmärkten, Supermärkten, Discountern und Logistikimmobilien große Nachfrage. Objekte in Haupteinkaufsstraßen sowie Shopping Center seien hingegen weniger gefragt. „Investoren legen ihren Fokus derzeit auf Immobilien mit Bezug zum Lebensmittelhandel. In den Innenstädten sind Leerstände zu befürchten, die ganz besonders die Handelslagen in Mittel- und Kleinstädten gefährden.“

Um eine Verödung der Innenstädte abzuwenden, kommt es aus Sicht des HDE auf eine enge Kooperation zwischen Mietern und Vermietern an. Genth: „In diesen Zeiten sind Händler und Vermieter mehr denn je eine Schicksalsgemeinschaft. Beide Seiten haben Interesse an einem dauerhaften und stabilen Mietverhältnis. Es braucht eine faire Risikoverteilung.“

Um die Rechtsgrundlage für Mietminderungen für die Händler zu verbessern, hatte sich der HDE bereits im vergangenen Jahr erfolgreich für entsprechende Klarstellungen im Bürgerlichen Gesetzbuch eingesetzt. Seitdem gelten pandemiebedingt angeordnete Geschäftsschließungen als eine schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage im Mietverhältnis. „Nach wie vor zeigen sich aber zu viele Vermieter unnachgiebig. Da muss noch mehr Bewegung auf der Eigentümerseite rein“, so Genth.

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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