Plastikmüll
Plastikmüll (Quelle: Pixabay)

Handel 2019-03-29T00:00:00Z HDE fordert „hochwertiges Recycling“

Plastikteller, Trinkhalme, Wattestäbchen: Das EU-Parlament hat ein Verbot vieler Wegwerfprodukte auf den Weg gebracht. Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert „Einzelmaßnahmen“ und fordert ein stimmiges europäisches Gesamtkonzept für besseres Recycling.

Das EU-Parlament hat das Verbot vieler Wegwerfprodukte aus Plastik auf den Weg gebracht. Die große Mehrheit der Abgeordneten stimmte in dieser Woche in Straßburg für entsprechende neue Regeln, die vor allem die Meere vor Vermüllung bewahren sollen. Vom europäischen Markt verschwinden sollen ab 2021 nur Produkte, für die es bereits Alternativen gibt.

Dazu gehören unter anderem Plastikteller und -besteck sowie Strohhalme, Luftballonstäbe und Wattestäbchen aus Kunststoff. Auch Behälter und Becher aus aufgeschäumtem Polystyrol sollen verbannt werden, genau wie Produkte aus sogenanntem oxo-abbaubarem Kunststoff, weil das Material in Mikroplastik zerfällt und Umwelt und Gesundheit belasten kann.

Nach Ansicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) fehlt der EU  „ein schlüssiges Gesamtkonzept für hochwertiges Recycling“, wie der zuständige Verbandsgeschäftsführer für Nachhaltigkeit, Kai Falk, sagte. Mit den neuen Regelungen zur Verminderung von Einwegplastikabfall „verheddere sich die EU in nicht zu Ende gedachten Einzelmaßnahmen“. Die Sauberkeit der Weltmeere werde nicht durch das Verbot von einigen Plastikprodukten in der EU erreicht. Vielmehr seien hochwertige Recyclingprozesse, die EU-weit und darüber hinaus aufgebaut und weiterentwickelt werden müssen, der Hebel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Mit Blick auf den Amtsantritt der neuen EU-Kommission nach den Europawahlen am 26. Mai dieses Jahres macht der HDE deutlich, dass eine generelle Verurteilung von Kunststoffen nicht zielführend sei. Es gehe vor allem darum, Problembewusstsein in der Gesellschaft zu schaffen. Falk: „Ein Erfolgsmodell in diesem Bereich ist beispielsweise die freiwillige Vereinbarung zwischen HDE und Bundesumweltministerium zur Reduzierung der Zahl an Plastiktüten.“

In Deutschland stellt das Anfang 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz laut Verband wichtige Weichen zur Reduzierung von Einwegplastik und für mehr Recycling. Schon heute sei der Handel bei der Reduzierung von Plastik sehr aktiv. Einige Handelsunternehmen hätten bereits freiwillig bestimmte Einwegplastikprodukte aus ihren Sortimenten genommen.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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