Eine Gruppe von Hellweg Baumarkt Mitarbeitern in einheitlicher Arbeitskleidung posiert gemeinsam vor dem Eingangsbereich einer Hellweg Baumarkt Filiale.
Das Team des Hellweg Marktes in Rodewisch ist motiviert und hat - noch immer - Hoffnung, dass es weitergeht. Marktleiterin Iris Töpfer rechts im weißen Shirt. (Quelle: Töpfer / Hellweg)

Handel 2026-10-02T06:14:34.165Z Hellweg Rodewisch: Mehr Potenzial, als die Einwohnerzahl vermuten lässt

Rodewisch liegt im Vogtlandkreis in Sachsen und zählt rund 6.100 Einwohner. Dies kann angesichts der drohenden Schließung des dortigen Hellweg-Baumarktes zum 30. November 2026 schnell zu der Annahme führen, der Standort sei für eine große Baumarktfläche zu klein. Marktleiterin Iris Töpfer, die den Markt seit 1998 leitet, hält dem im Gespräch mit BaumarktManager das tatsächliche Einzugsgebiet entgegen. Ein neuer Betreiber für den Standort ist bislang nicht gefunden

Der Markt verfügt über ca. 8.200 Quadratmeter Netto-Verkaufsfläche inklusive Garten- und Außenbereich und bedient laut Töpfer eine Region, die weit über die Stadtgrenzen hinausreicht: Rodewisch gehört zum Muttelzentraler Städteverbund Göltzschschtal mit Auerbach, Ellefeld und Falkenstein, das Einzugsgebiet reicht bis an die tschechische Grenze und ins Erzgebirge. Der nächste Baumarkt, eine Kleinfläche in Falkenstein, liegt rund 13 Kilometer entfernt, ein Bauhaus in Plauen knapp 30 Kilometer. Für Kunden aus den ländlichen Regionen bedeutet eine Schließung damit deutlich längere Wege, etwa nach Zwickau oder Plauen, stellt Töpfer im Gespräch klar.

Die Verwurzelung des Standorts zeige sich, so Töpfer, auch an der Unterstützung durch Bürgermeister der umliegenden Kommunen sowie an einer Unterschriftenaktion: Innerhalb von zwei Wochen seien rund 4.500 Unterschriften für den Erhalt des Marktes zusammengekommen, berichtet die Marktleiterin.

Wirtschaftlich spreche zudem das hohe Eigenheimpotenzial der Region für den Standort, begünstigt durch eine gute Autobahnanbindung – ein Faktor, der laut Töpfer auch Unternehmen wie Goldbeck bewogen habe, den Standort in der Nachbarschaft stark auszubauen. Hinzu komme ein wiederkehrender Sanierungsbedarf im Gebäudebestand, der sich in jährlich wechselnden Nachfragewellen etwa bei Sanitär oder Bauelementen zeige.

Besondere Bedeutung hat laut Töpfer das Gartencenter, das einen beachtlichen Anteil des Gesamtumsatzes erwirtschaftet – getragen von einer naturverbundenen, ländlich geprägten Kundschaft des Mittelgebirges.

Für die Belegschaft, zu der viele ehemalige Auszubildende zählen, bedeutet die drohende Schließung vor allem Unsicherheit. Viele Mitarbeitende suchen nach Angaben der Marktleiterin bereits nach neuen Stellen, einige haben Angebote erhalten. Zugleich bleibt die Hoffnung, dass sich doch noch ein neuer Betreiber für den Standort findet.

zuletzt editiert am 02. Oktober 2026
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