Metallbearbeitung an einer Maschine Quelle: Pixabay/Michal Jarmoluk
Die Betriebe könnten nach Ansicht der Experten 2022 wieder in den Normalmodus schalten. Quelle: Pixabay/Michal Jarmoluk

Branche

14. October 2021 | Teilen auf:

Herbstgutachten: Krise wird allmählich überwunden

Mit Blick auf das kommende Jahr 2022 erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute eine Rückkehr zur Normalauslastung der Betriebe. Der Konsum wird der Prognose zufolge jedoch durch Herausforderungen in Sachen Klimawandel eingebremst.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland sei nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet und eine vollständige Normalisierung kontaktintensiver Aktivitäten kurzfristig nicht zu erwarten, heißt es im Herbstgutachten der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose. Im kommenden Jahr könnten die Beeinträchtigungen durch Pandemie und Lieferengpässe nach Einschätzung der Institute allmählich überwunden werden, sodass „die Normalauslastung wieder erreicht wird“.

„Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 Prozent und im Jahr 2022 um 4,8 Prozent zulegen“, sagt Oliver Holtemöller, Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die Institute rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent im laufenden Jahr und um 2,5 Prozent im Jahr 2022. Das Defizit der öffentlichen Haushalte dürfte von 4,9 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr auf 2,1 Prozent im Folgejahr zurückgehen. Angesichts der kräftigen Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts wird die öffentliche Schuldenstandsquote wohl von 71 Prozent im Jahr 2021 auf 67 Prozent im Jahr 2022 abnehmen.

Zwar dürften die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit der Rückkehr zur Normalauslastung allmählich überwunden werden. „Allerdings führen die Herausforderungen des Klimawandels und das demografisch bedingt absehbar niedrigere Wirtschaftswachstum zu geringeren Konsummöglichkeiten“, sagt Holtemöller.