Ein Strommast steht in der Landschaft.
Die hohen Energiekosten machen dem Handel mehr und mehr zu schaffen. (Quelle: Pexels/Pok Rie)

Handel

20. June 2022 | Teilen auf:

Hohe Energiekosten belasten den Einzelhandel

Dem Handel machen die Folgen des russischen Krieges in der Ukraine mehr und mehr zu schaffen. Vor allem die höheren Energie- und Lieferantenpreise bereiten den Unternehmen Sorgen, wie eine bundesweite Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter mehr als 900 Handelsunternehmen zeigt.

Insbesondere mit Blick auf die in den nächsten Monaten auslaufenden Energieverträge befürchtet der HDE eine weitere Zuspitzung der wirtschaftlich angespannten Lage und sieht zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien als vorrangiges Ziel.

Wer derzeit nach Energieanbietern und passenden Tarifen sucht, ist stark gefordert, wie die HDE-Umfrage zeigt. Demnach berichtet fast jedes Achte der befragten Handelsunternehmen von Problemen bei der Verlängerung seines Energievertrages. „Viele Händlerinnen und Händler finden keinen Energieanbieter, der sie mit ausreichend Energie zu wirtschaftlichen Bedingungen versorgen kann. Das ist besonders mit Blick auf den Winter dramatisch“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

In Photovoltaik-Anlagen sowie Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren und Wärmeprozesse zu elektrifizieren, dies könnte ein Ausweg aus dieser Situation sein, wie die Umfrage bestätigt. Der Strom hierfür müsste im besten Fall aus der eigenen Solaranlage stammen, doch gerade beim Photovoltaik-Ausbau sieht der HDE dringenden Handlungsbedarf. Nach Einschätzung des Verbandes müssen die Anreize für den Ausbau in diesem Bereich durch den Gesetzgeber so gesetzt werden, dass sich eine größtmögliche Dimensionierung der Anlage lohnt. „Deshalb ist die Politik etwa bei der Differenzierung der Einspeisevergütung gefragt. Zudem stößt das Engagement vieler Handelsbetriebe im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Praxis auf unnötige bürokratische Hürden“, betont Genth.

zuletzt editiert am 20.06.2022