Holzhandel,Europa,2.Halbjahr
20 Teilnehmer aus acht nationalen Mitgliedsverbänden nahmen erstmals nach 2,5 Jahren an der ETTF-Versammlung in Präsenz teil. (Quelle: ETTF)

Handel 2022-07-12T07:06:38.284Z Holzhandel erwartet schwächere Dynamik im 2. Halbjahr

Für das zweite Halbjahr erwartet der europäische Holzhandel ein deutliches Nachlassen der Geschäftsdynamik. Noch sind die Auftragsbücher der wichtigsten Abnehmergruppen voll, doch angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation rechnet man mit einer größeren Zurückhaltung.

Die aktuelle Marktsituation und die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf standen auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Europäischen Holzhandelsverbandes ETTF (European Timber Trade Federation) in Amsterdam. In den Mitgliedsländern sei das Geschäft im ersten und teilweise auch im zweiten Quartal sehr gut gelaufen, heißt es in einer Mitteilung. Dies gelte insbesondere für das Bauwesen als Abnehmer, Konstruktionshölzer, Massivhölzer und Hobelwaren. Der DIY-Markt hingegen ist derzeit rückläufig, dies berichteten insbesondere die Mitglieder aus Spanien und Frankreich – gilt aber auch für alle Übrigen. Insgesamt seien die Läger des Handels gut gefüllt und würden im Jahresverlauf abverkauft. Fraglich ist, ob die Befüllung der Läger auf gleichem Niveau erfolgen soll.

Ein wichtiger Aspekt, der auf der Versammlung diskutiert wurde, ist das 5. Sanktionspaket de EU. Für den europaweiten Holzimport ergeben sich daraus erhebliche Konsequenzen, denn es verbietet den Import von Holz und Holzprodukten aus Russland und Weißrussland. Die Ersatzbeschaffung von Birkensperrholz oder Lärche werde nach dem Abverkauf der Lagerware somit spätestens ab 2023 als sehr schwierig eingeschätzt, teilt der ETTF mit. Offen bleibt die Frage, ob sich etwa  die Chinesen stärker auf dem russischen Markt bedienen und daher Exporte aus dem Binnenmarkt nach Ostasien geringer werden.

zuletzt editiert am 12. Juli 2022
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