Smart Home
Quelle: Heinrich Kopp

Industrie 2016-05-09T00:00:00Z Home, smart Home

Das intelligent gesteuerte Zuhause wird zunehmend Realität. Elektronische Komponenten, digital gesteuert, halten auf breiter Front Einzug in private Wohnbereiche. Wie Baumarkt-tauglich sind diese Sortimente?

Auf breiter Front erreichen die Errungenschaften der Industrie-Automation jetzt auch den Wohnbereich. Davon können nicht nur Städteplaner und die gewerbliche Wohnungswirtschaft profitieren, sondern zunehmend auch private Wohnungsbesitzer. Ein selbsttätig sich öffnendes Garagentor setzt keine Nachbarn mehr in Erstaunen in einer Zeit, in der fast sämtliche Elemente der Haustechnik aus der Ferne gesteuert werden können. Intelligente Lösungen werden dabei nicht nur für Neubauten angeboten, sondern auch als erschwingliche Nachrüstung für den Bestandsbau.

Smart Home leicht gemacht

Aktuell bietet die Fachmesse Light and Building einen Überblick über Leittrends und Innovationen rund um die Gebäudeautomation. Messeveranstalter und Aussteller betonen einhellig die einfache Handhabung als zentrales Kriterium: Die Steuerung über Smartphones mit intuitiv zu bedienenden Applikationen gehört dazu, und auch die Einrichtung der Systeme - Stichwort Easy-Installation – wird zunehmend anwenderfreundlich gestaltet.

Oft bietet sich eine Smart Home-Lösung dann an, wenn ohnehin eine Modernisierung geplant ist, zum Beispiel ein neuer Heizkessel plus Wärmedämmung. Dann kann eine elektronische Steuerung des Energiebedarfs für zusätzliche Einsparungen bei den Heizkosten sorgen. Eine vernetzte Haustechnik ermöglicht aber auch in anderen Bereichen Einsparungen und mehr Komfort, bei der Klimatisierung und Lüftung ebenso wie der Beleuchtung, Stromversorgung oder der Warmwasserbereitung. Erleichtert wird eine solche Nachrüstung mit vorgefertigten Systemen, die nur „aufgesetzt“ werden und keine baulichen Eingriffe erfordern. Finanzielle Förderungen aus öffentlichen Mitteln können die Aufrüstung zum Smart Home zusätzlich erleichtern.

Handel tut sich schwer

Im Grunde hat Smart Home hat seine Pionierzeit schon hinter sich gebracht, wie diese fortgeschrittenen Systemlösungen zeigen; jetzt geht es eher um die Etablierung der entsprechenden Errungenschaften im Massenmarkt. Klima, Schließ- und Sicherheitstechnik, Küchen- und Reinigungsgeräte aus einer Hand gesteuert – das ist die Vision. Wie weit können Do it Youselfer diese Vision bereits in Eigenleistung verwirklichen, vielleicht sogar mit „steckerfertigen“ Gesamtlösungen? Oder, etwas anders formuliert: Was bieten Baumärkte in Sachen Heimautomation? Die Anwenderzeitschrift PC-Magazin ist dieser Frage nachgegangen und hat die Webseiten führender Händler danach durchsucht. Ihr Befund: Installationsmaterial gebe es reichlich, „beim Thema Smart Home, dem intelligenten Haus, sieht es dagegen schlecht aus. Für das 'vernetzte Haus', in dem alle Gewerke zentral zusammengeführt werden ... gibt es so gut wie nichts. Betrachtet man die Webseiten der sechs größten Marktbetreiber Bauhaus, Hagebau, Hornbach, OBI, und Toom, so liefert nur die Suchmaschine von OBI relevante Ergebnisse: einen Außenwandschalter, einen Steckdoseneinsatz-Dimmer und eine Wochenzeitschaltuhr.“ In den stationären Baumärkten fand der Autor zwar ein größeres Angebot zum Thema vor. Er bemängelt aber das Fehlen von zentralen Steuerungen und von Sicherheitselementen, namentlich Verschlüsselungen, beim Datentransfer. Dagegen registriert er eine Vielzahl von Insellösungen, denen ein übergreifender Standard fehlt.

zuletzt editiert am 24. Juni 2021