Ein Panel von drei Personen bei einer Pressekonferenz, die an einem Tisch sitzen.
Bilanzpressekonferenz von Hornbach in Frankfurt am Main, v.l.: Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, Finanzvorständin Dr. Joanna Kowalska, Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

Handel 2026-05-20T06:05:46.920Z Hornbach trotzt dem Branchentrend: Wachstum aus eigener Stärke

Trotz einem leicht rückläufigen Branchentrend konnte der Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG im Geschäftsjahr 2025/26 dem Umsatz steigern – und sieht sich mit seinem Geschäftsmodell klar bestätigt. Es sei ein wichtiges Zeichen, „dass unser Angebot zieht“, diesen Kurs werde man weiter verfolgen, betonte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG, auf der Bilanz-Pressekonferenz am 19. Mai in Frankfurt.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldet die Hornbach Holding beim größten operativen Teilkonzern Hornbach Baumarkt AG ein Nettoumsatzplus von 4,0 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,8 Mrd. Euro). Flächen- und währungsbereinigt stieg der Umsatz um 2,4 Prozent. Der Online-Anteil (inkl. Click & Collect) erreichte 12,7 Prozent; der Online-Umsatz kletterte um 7,1 Prozent auf 771,4 Mio. Euro nach 720,3 Mio. Euro im Vorjahr. Auch beim Marktanteil konnte der Konzern weiter wachsen: 2025 kam Hornbach in Deutschland auf 15,7 Prozent (2024: 15,2 %), in den Niederlanden auf 29,4 Prozent (28,1 %), in Österreich auf 17,6 Prozent (17,3 %), in der Schweiz auf 15,0 Prozent (14,3 %) und in Tschechien auf 38,8 Prozent (37,7 %). Die positive Marktanteilsentwicklung setzte sich in den ersten Monaten 2026 fort.

Ein Mann steht an einem Rednerpult mit dem Logo von Hornbach.
Albrecht Hornbach sieht auch die innovative Sortimentsgestaltung als wichtige Säule des erfolgreichen Geschäftsmodells an. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

Albrecht Hornbach führt die erfolgreiche Entwiclung im vergangenen Geschäftsjahr auf eine klare strategische Linie zurück: Wachstum entstehe nicht nur durch Expansion, sondern „auch auf vergleichbarer Fläche“. Man liege „klar über den Zahlen des BHB“ und sei „auch im Ergebnis gut positioniert, trotz deutlich höherer Kosten“. Den Schlüssel zum Erfolg beschreibt der Vorstandsvorsitzende auf der Pressekonfernz als konsequentes „Denken von außen nach innen“– sprich vom Kunden her. Dazu gehören vor allem eine innovative Sortimentsgestaltung, Dauertiefpreise und der konsequente Ausbau des Interconnected Retail - dies seien die zentralen Bausteine. Stark auf Rabattlogik fußende Maßnahmen lehnt Hornbach ab: „Dauertiefpreise statt Rabattaktionen“, so das Credo. Dazu gehört auch, dass „unbegründete Preiserhöhungen der Industrie“ nicht einfach hingenommen, sondern genau hinterfragt werden.

Im stationären Geschäft überzeugt der Baumarktbetreiber mit einer um drei Prozent gestiegenen Kundenfrequenz: Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, sieht darin einen wichtigen "Faktor für die Umsatzsteigerung“. Hinzu kommt eine gewachsene Flächenproduktivität (2.903 Euro je qm vs. 2.8.49 Euro je qm im Vorjahr) und damit ein Ausbau des Vorsprungs gegenüber dem Wettbewerb. „Als Projektpartner für Heimwerker sind wir verlässlich – auch für Profis“, betont Harsch, Die Märkte seien wichtige Rückzugsorte für die Menschen, Es sei essentiell dies auch künftig zu bewahren, so Harsch.

Eine Frau steht an einem Rednerpult mit dem Logo von Hornbach.
Finanzvorständin Dr. Joanna Kowalska bei ihrer Premiere auf der Hornbach Pressekonferenz. (Quelle: Rudolf Müller Medien)

Dr. Joanna Kowalska, die seit 15. August 2025 zum neuen Mitglied des Vorstands und zur Finanzvorständin (CFO) beider Gesellschaften bestellt wurde, betont die Finanzperspektive: Werte wie Vertrauen und Wirtschaftlichkeit stünden nicht im Widerspruch. Besonders positiv sei, „dass der Rohertrag stärker gestiegen ist als die Kosten“ – dies sei Ergebnis einer klaren Kostendisziplin. Die Resilienz des Geschäftsmodells sei durch die breite internationale Präsenz gestärkt worden. Im Online-Bereich liege man deutlich über Vor-Pandemie-Niveau. Ihr Fazit: „Die Zahlen zeigen, unser Geschäftsmodell funktioniert auch in herausfordernden Zeiten“.

Was in allen Beiträgen der Entscheidungsträger des Konzerns deutlich wurde: Die Gruppe setzt stark auf Digitalisierung und KI. Unter dem Schlagwort Interconnected Retail kommen etwa KI-basierte Lösungen wie der „Macherassistent“ zum Einsatz, der Mitarbeitende wie Kunden mit Artikelinfos und Beratung unterstützt und auf eine zentrale Datenbank zugreift. Produktivitätssteigerungen durch KI sind ausdrücklich gewollt, sollen aber „nicht zu einer Reduzierung von Mitarbeitenden auf der Fläche führen“ – Kosteneinsparungen durch Stellenabbau sind nach Unternehmensangaben nicht Ziel der Technologieoffensive.

Auf der Expansionsseite bleibt Hornbach Baumarkt offensiv: Neue Märkte in der Slowakei, in Graz und in Schweden sowie der geplante Markteintritt in Serbien – einem DIY-Markt, der bisher noch nicht von internationalen Playern geprägt ist – unterstreichen den Anspruch, weitere Potenziale zu erschließen. Gleichzeitig weist der Konzern darauf hin, dass bei allen neu errichteten Filialen die Vorgaben für energetische Gebäude erfüllt werden und die Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen befolgt würden.

Für den weiteren Verlauf des Jahres bleibt das Management vorsichtig optimistisch und rechnet mit einem Nettoumsatz auf oder leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 . Man verfüge über Resilienz und setze die Wachstumsstrategie konsequent fort, trotz weiterhin steigender Kosten, heißt es. Die Prognose ist bewusst konservativ formuliert, aber CFO Kowalska betonte: „Mir geht es darum, dass wir durch wirtschaftliche Stärke immer auch investieren können“.

zuletzt editiert am 20. Mai 2026
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