Hände mit Handschuhen halten einen Globus mit Mundschutz. (Quelle: Pexels/Anna Shvets)
Angesichts der Folgen der Pandemie denken viele Unternehmen über alternative Lieferketten nach. (Quelle: Pexels/Anna Shvets)

Branche

20. January 2022 | Teilen auf:

Ifo: Abkehr von globalen Lieferketten würde BIP verringern

Eine Rückverlagerung internationaler Produktion nach Deutschland würde die deutsche Wirtschaftsleistung fast 10 Prozent schmälern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ifo-Instituts.

„Wenn wir ausgelagerte Teile der Wertschöpfung nach Deutschland zurückholen, führt das dazu, dass weniger wettbewerbsstarke Tätigkeiten plötzlich große Anteile im Mix der deutschen Wertschöpfung gewinnen. Die damit verbundene geringere Produktivität würde die Wirtschaftskraft schwächen,“ sagt Ifo-Expertin Lisandra Flach.

Diese Ergebnisse basieren auf Berechnungen des sogenannten Ifo-Handelsmodells. „Dabei wird angenommen, dass kein anderes Land eine ähnliche Strategie verfolgt oder Vergeltungszölle als Gegenreaktion erhebt. Die negativen Auswirkungen der Nationalisierung von Lieferketten könnten daher tendenziell noch höher ausfallen“, sagt Flach.

„Gäbe es einen globalen Trend hin zu stärker national ausgerichteten Lieferketten, stünde für die deutsche Wirtschaft tatsächlich sehr viel auf dem Spiel. Die Produktion von deutschen Vorleistungen, die anschließend im Ausland weiterverarbeitet werden, trägt mit über 600 Milliarden US-Dollar zur deutschen Wertschöpfung bei“, sagt Ifo-Forscher Andreas Baur.

zuletzt editiert am 20.01.2022