Auch wenn auf einmal vier Kollegen um ihn herumstehen, alle mit wichtigen Anliegen – der Kunde, der sich fast schüchtern an die kleine Gruppe „Rothemden“ herangepirscht hat, hat sofort die volle Aufmerksamkeit von Arne Warkocz. „Er ist das Wichtigste an unserem Job“, sagt er und führt den Mann gutgelaunt zum gesuchten Regal.
Keine aufgesetzte Service-Show für den baumarktmanager-Redakteur, das merkt man sofort. Und auch, dass Arne Warkocz in einem service-orientierten Unternehmen gelernt hat. Der gebürtige Lübecker trug lange Jahre das Max-Bahr-Gelb, war dort schon lange Marktleiter, zuletzt acht Jahre an einem der „Südpole“ der Kette in der Kölner Weinsbergstraße.
Ein Jahr bevor Praktiker die Konzern-Tochter mit in die Tiefe riss, fand Warkosz ganz bewusst seine neue Job-Zukunft bei toom. Und bekam nach einer Zwischenstation in Langenfeld mit dem Standort Gummersbach einen der neuen Parade-Märkte der Kölner. Und der ist erst seit einigen Wochen toom-Rot.
Eine herausfordernde Zeit für den Standort-Manager – gerade mit einer neuen Truppe. Doch die vormaligen Praktiker-, zuletzt Max-Bahr-Mitarbeiter lernten schnell – „auch wenn man die Leute natürlich erst einmal auf die Unternehmensphilosophie einschwören muss“, sagt Warkosz.
Flexibles Vorbild
Er selbst hat die relativ schnell gelernt – als Marktleiter muss man natürlich flexibles Vorbild sein. Doch da ist Warkocz mit 37 Jahren schon ganz erfahrener Haudegen. Deshalb wirkt er auch ganztägig völlig entspannt. Und der Tag macht es ihm auch leicht: Bei Außentemperaturen über 30 Grad und dem WM-Viertelfinalspiel der Deutschen gegen Frankreich vor Augen ist der Kundenzustrom – nennen wir‘s mal – übersichtlicher als an anderen Freitagen.
Wie läuft sein Tag ab? Arne Warkocz ist fast nie als erster im Markt. Die ganz frühe Zeit gehört – wie bei den meisten – den Logistikern und den Verräumern. „Als Marktleiter ist es immer gut, im Wesentlichen die Tagschicht zu besetzen. Dann bin ich für die Zentrale, die Handwerker im Haus, Behörden etc. am besten zu erreichen und erreiche meinerseits auch die meisten“. Und er bekommt seine Mitarbeiter mit – die frühen wie die späten. „Dann kann man alles, was anliegt, sofort klären“, sagt er. Unschätzbarer Vorteil.
Erstkontakte sind auch ein Zweck seiner „Frührunde“. Die beginnt immer draußen. Eine volle Runde über den Parkplatz – da gibt’s immer genug zu finden. Kurz den Maler abgenickt, der das letzte Schau-Gartenhäuschen gestrichen hat. Ein Anruf nach drinnen – jemand muss den Carport für die Einkaufswagen nochmal vom Müll und Papier befreien. Eine Notiz im Kopf: Den externen Gärtner anrufen, der den Rollrasen für die Parkreihen-Trennbeete geliefert hat und der stellenweise in den letzten Tagen sein Leben ausgehaucht hat.
Dann hinein in seinen Markt. Hier fällt sofort der riesig breite Mittelgang auf. Auf über 200 Metern ist der über acht Meter breit. Und so frei – man könnte problemlos eine Boeing 747 notlanden. „Feuerpolizeiliche Auflagen“ sind der Grund - es gibt keinen Fluchttunnel. Im Alltag echtes Ärgernis – denn hier ließe sich wunderbar Ware präsentieren. Doch ärgern nutzt ja nichts. An anderer Stelle schon:
„Der Außendienstler muss mal her“, sind sich Warkosz und der Mitarbeiter in der Gartenhartware einig. Denn: Das herstellereigene LED-Display, das einen Rasenroboter anpreist, quakt erbärmlich laut – und lässt sich nicht ver- und abstellen. „Da müssen die was machen, das darf nicht nerven“, sagt er. Und zieht persönlich den Stecker. Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Kunden geht eben vor Werbebotschaft. Punkt.
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