Rund 1.540 Aussteller aus 46 Ländern präsentierten vom 28. bis zum 31. Januar 2020 ihre Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Pflanzen, Technik, Floristik und Ausstattung in Essen. Die Besucherzahl war mit rund 54.000 höher als im Vorjahr.
Im Jahr 2019 zählte die Messe noch etwa 52.800 Fachbesucher. „Der Gartenbau hat im Kontext der Klimadiskussion enorm an Relevanz gewonnen und für begeisterte Stimmung in den Messehallen gesorgt. Die grüne Branche hat auf der IPM Essen 2020 eindrucksvoll ihren Innovationsgeist und ihre Leistungsstärke demonstriert“, resümierte Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen, nach dem Event.
Trendthemen im Fokus
Bereits 2019 gaben die Aussteller an, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel die Branche zukünftig am meisten beeinflussen werden. Was im letzten Jahr schon an vielen Stellen zu sehen war, war auf der diesjährigen IPM omnipräsent: Ob umweltfreundliche Verpackungen, klimatolerante Neuzüchtungen, insektenfreundliche Pflanzen zur Förderung der Biodiversität, luftreinigende Grünpflanzen, Pflanzkästen mit integriertem Wasserspeicher oder Torfersatzstoffe – der internationale Gartenbau zeigte seine Innovationskraft. Auch im Bereich Technik standen energieeffiziente Produktionsverfahren und zukunftsweisende digitale Technologien im Vordergrund.
Lobende Worte für die Branche fand Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die die IPM Essen feierlich eröffnete: „Der Gartenbau bei uns in Deutschland ist hochgradig innovativ, die Betriebe finden und besetzen damit Nischen. Und sie beantworten Zukunftsfragen. Etwa, wenn es um mehr Ressourcen- oder Klimaschutz geht.“
Umsatzplus von Blumen und Pflanzen
Insgesamt gaben die Deutschen im vergangenen Jahr 8,9 Milliarden Euro für Blumen und Pflanzen aus – ein Plus von 2,7 Prozent zum Vorjahr und der höchste Wert seit 2011. Die Pro-Kopf-Ausgaben stiegen von 105 Euro auf 108 Euro an, wie der Zentralverband Gartenbau (ZVG) im Rahmen der IPM 2020 bekannt gab. „Wer Biodiversität will, kommt am Gartenbau nicht vorbei“, betonte ZVG-Präsident Jürgen Mertz in seiner Eröffnungsrede. „Mit Stauden, Gehölzen sowie Beet- und Balkonpflanzen bietet die Branche eine enorme Vielfalt und Insektennahrung. Insektenschutz hängt aber nicht nur von den Betrieben, sondern auch vom Verbraucher ab. Das ist eine große Chance für die Branche.“ Deutliches Potenzial nach oben sieht Mertz beim nichtprivaten Verbrauch.
Frankreich zeigte Vielfalt des Gartenbaus
Auch Frankreich unterstützt das nachhaltige Projekt der Staatengemeinschaft und präsentierte sich als Partnerland der IPM. In der Halle 6 zeigten Züchter und Jungpflanzenproduzenten, in der Halle 7 Baumschulen die vielfältige Bandbreite des französischen Gartenbaus. „VAL'HOR, der Branchendachverband der französischen Gartenbauindustrie, fühlt sich geehrt, Partnerland der IPM Essen 2020 gewesen zu sein. Diese Partnerschaft war eine großartige Gelegenheit, unsere französischen Züchter, ihren Sinn für Qualität und Innovation sowie unseren ‚French Touch‘ zu präsentieren. Unser Credo ‚Pflanzen sind lebensnotwendig‘ trifft den Zeitgeist und wird in Zukunft sicherlich immer mehr zutreffen", zieht Mikaël Mercier, Präsident von VAL’HOR, Bilanz.
Für die 2021er Ausgabe der IPM plant Mexiko, sich als Partnerland zu engagieren.
Mehr Internationalität und Entscheider
Der Anteil ausländischer Besucher lag in diesem Jahr bei über 40 Prozent. 2019 reisten 38 Prozent der Messegäste aus dem Ausland in die Ruhrmetropole. Dabei konnte der Anteil der Entscheider ausgebaut werden. Über 72 Prozent der Besucher (2019: 69) verfügten über Einkaufs- und Beschaffungskompetenzen. 94 Prozent der Messegäste würden einen Besuch der IPM weiterempfehlen. 92 Prozent der Besucher und 93 Prozent der Aussteller planen eine erneute Teilnahme. Die nächste IPM findet vom 26. bis 29. Januar 2021 statt.
