Blumenerde, torfreduziert, Schubkarre
Der IVG unterstützt die grundsätzliche Linie des Aktionsprogramms der Bundesregierung, hat aber an einigen Punkten Korrekturbedarf. (Quelle: Pixabay)

Industrie

14. November 2022 | Teilen auf:

IVG positioniert sich um Aktionsprogamm Natürlicher Klimaschutz

Der IVG nimmt Stellung zum ersten Punkt des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, in dem es um den Schutz intakter Moore und Wiedervernässungen geht, unter anderem in Bezug auf die Torfnutzung und -verwendung sowie Wertschöpfungsketten für Paludikulturen.

Die grundsätzliche Linie der Weiterentwicklung der Industrie und dem damit einhergehenden reduzierten Einsatz von Torf in Substraten und Erden wird von Seiten des IVG begrüßt und mitgetragen, das stellt der Verband vorweg klar.  „Dieser Prozess muss jedoch so realistisch ausgestaltet werden, dass zum einen die Industrie nicht überfordert wird und zum anderen die Versorgungssicherheit mit Substraten in einer ausreichenden Qualität gesichert ist“, so Philip Testroet, Referent Gartenbau und Umwelt beim IVG. Die Industrie möchte ihren Beitrag zur Reduktion bzw. Kompensation der verursachten Emissionen beitragen. Diese liegen, auf den reinen Abbau und die Nutzung von Torf bezogen, bei 0,13 bis maximal 0,27 Prozent aller gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

Der Verband nennt einige Kritikpunkte, an denen Korrekturbedarf beim Entwurf des Aktionsprogramms gesehen wird. Benötigt wird zum Beispiel eine ausreichende und auf Dauer angelegte Einbindung der Industrie. Ein politisch festgelegtes Ausstiegsdatum für die Verwendung von Torf in Erden und Substraten sollte nicht weiterverfolgt werden, da die Reduktionsgeschwindigkeit des Torfs von einer Vielzahl von Faktoren abhängig sei.  

Es bedarf aus der Sicht des IVG einer klaren Strategie und eines Zeitplans, um die Verfügbarkeit in ausreichenden Qualitäten von Torfersatzprodukten langfristig zu verbessern – eine Grundvoraussetzung für den Umstieg auf alternative Rohstoffe. Der im ANK formulierte Plan zur großflächigen Wiedervernässung entwässerter Moorböden wird ausdrücklich begrüßt. Dazu sollen kooperative und regional angepasste Lösungen auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit entwickelt und unterstützt werden. „Die Substratindustrie bietet sich an, diesen Weg zu begleiten, als Teil der Lösung und nicht des Problems“, so Testroet. 

 

zuletzt editiert am 14.11.2022