Kärcher hat im Jahr 2023 einen Umsatz von 3,294 Milliarden Euro erzielt und ist damit um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen – ohne Berücksichtigung von Währungseffekten sogar um 8,2 Prozent. Ein Garant für die ungebremste Umsatzsteigerung ist im Geschäftsmodell zu sehen.
„Wir haben unsere Ziele für das vergangene Jahr erreicht, weiter Marktanteile gewonnen und einen neuen Umsatzrekord aufgestellt“, sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. „Dass wir es geschafft haben, unter den verschärften Marktbedingungen Kurs zu halten, ist nicht selbstverständlich und freut uns sehr.“ Die Auswirkungen der vielen weltweiten Krisen und der hohen Inflation habe das Unternehmen 2023 in Form einer angespannten Auftragslage und gestiegener Kosten für Material, Fracht und Lagerung deutlich gespürt, teilt der Konzern mit.
Bezahlt gemacht hat sich der Mix aus Privat- und Profigeschäft. Während Letzteres gute startete, konnte Ersteres in der zweiten Jahreshälfte aufholen. Auch der Bereich Special Businesses hat 2023 seinen Beitrag zum Umsatzergebnis geleistet. „Es hat sich wieder gezeigt, dass wir das richtige Geschäftsmodell haben und mit unseren beiden Standbeinen fest auf dem Boden stehen“, sagt Hartmut Jenner.
Investitionen in eigene Standorte und Marke
Mit einer Gesamtsumme von über 200 Millionen Euro hat Kärcher nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr massiv in seine Zukunft als Marktführer in der Reinigungsbranche investiert. Um dabei für möglichst jede Position den passenden Mitarbeitenden zu finden und zu halten, hat der Konzern weltweit eine neue Arbeitgeber-Kampagne unter dem Motto „Wanna WOW with us?“ gestartet – mit großem Erfolg, die Bewerbungszahlen seien seitdem um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, heißt es.
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt waren die unternehmenseigenen Standorte. Kärcher erwirtschaftet inzwischen 86 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Die Kärcher-Gruppe umfasst mittlerweile mehr als 160 Firmen in 82 Ländern und beschäftigt weltweit 16.000 Mitarbeitende, 670 mehr als im Vorjahr. So entstand u.a. in Vietnam das mittlerweile 19. Kärcher-Werk. Am Fertigungsstandort im rumänischen Curtea des Arges haben die Bauarbeiten für eine umfangreiche Werkserweiterung begonnen. In der neuen Halle sollen vor allem die Entwicklung und Fertigung von Scheuersaugmaschinen Platz finden. In Deutschland wurde 2023 im Logistikzentrum Obersontheim ein stark vergrößertes, vollautomatisches Hochregallager eingeweiht, ein weiteres im Werk Bühlertal befindet sich im Bau. Zudem ging im Herbst das neu errichtete Service Center im baden-württembergischen Ahorn an den Start. Hier werden fortan auf 10.000 Quadratmetern Reparatur und Wartung von Produkten aus 10 europäischen Ländern nach dem neuesten Stand der Technik durchgeführt.
Nachhaltigkeitsziele fest im Visier
Kärchers Nachhaltigkeitsmanagement agiert seit 2023 aus einem eigenen Unternehmensbereich heraus, womit die strategische Bedeutung des Themas jetzt noch stärker organisatorisch verankert ist. So sieht man sich hinsichtlich des Erreichens der selbstgesetzten Ziele bis 2025 auf gutem Weg. Demnach konnte Kärcher seit 2020 trotz positiver Geschäftsentwicklung den CO2-Ausstoß an seinen Produktions- und Logistikstandorten weltweit um 29 Prozent reduzieren und hat verschiedene Wege gefunden, natürliche Ressourcen noch effizienter einzusetzen. Für ein neuartiges Verpackungskonzept aus Erbsenstärke, das Kunststoff-Inlays ersetzt, erhielt Kärcher den Sustainability Heroes Award 2023.
Ein anderer Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf dem Thema Wasser: Bei den „Kärcher Cleanup Days“ haben zum Beispiel über 500 Mitarbeitende in 20 Ländern Gewässer und Strände von Abfall befreit. Gesellschaftliche Verantwortung übernahm Kärcher 2023 laut Konzernangaben auch bei etlichen Naturkatastrophen. Sowohl nach den schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien als auch nach dem neuseeländischen Tropensturm und den Hochwassern in Italien und Slowenien stellte das Unternehmen in kürzester Zeit dringend benötigte Geräte im Gesamtwert von über einer halben Million Euro bereit. Im Einsatz für den Erhalt historischer Monumente wurden wieder kostenlose Reinigungsprojekte in verschiedenen Ländern durchgeführt.
Ausblick 2024: Neu bei Kärcher
Mit dem Start ins Jahr 2024 hat Kärcher seine Organisation neu aufgestellt und den Vorstand auf sechs Mitglieder erweitert. Dies soll die Voraussetzungen schaffen, strategisch wichtige Wachstumsfelder wie Technologie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. „Spannende Innovationen“ in diesem Jahr sind im Professional-Bereich die autonome Scheuersaugmaschine KIRA B 200 für flächenintensive Anwendungsfelder und der Saugroboter KIRA CV 50 für kleine bis mittelgroße Teppich- und Hartbodenflächen. Darüber hinaus wird Kärcher Municipal zur IFAT im Mai eine neue, erstmals vollelektrische Kehrmaschine vorstellen.
