Der Trend nach „Hauptsache billig“ ist schon lange keiner mehr. Zwar achten die Deutschen auf den Preis, aber der Einkauf muss insgesamt ein Paket sein, das passt. Dazu gehört neben Preis, Qualität und Service vor allem auch das Ambiente.
Laut einer Untersuchung von Cap Gemini Ernst & Young wünschen sich fast zwei Drittel der deutschen Kunden eine gepflegte Geschäftsausstattung in den Stätten des Einzelhandels. Daran wird deutlich, dass sich die Kunden grob in zwei Gruppen einteilen lassen: diejenigen, die ein Einkaufserlebnis bekommen möchten und bereit sind, das auch zu honorieren und jene, für die der Preis im Vordergrund steht, andere Kriterien jedoch gleichgültig sind. Sich jedoch auf diese immer kleiner werdende Gruppe zu fokussieren kann problematisch werden.
Ein Mittel der Kundenbindung
Je nach konzeptioneller Ausrichtung eines Marktes kann dabei sogar ein Alleinstellungsmerkmal verloren gehen. Wenn alle mehr oder minder das gleiche machen, wird der einzelne Anbieter beliebig oder auch austauschbar. Kunden bindet man so nicht. Wichtig ist, dass sich der einzelne Marktteilnehmer sein ganz eigenes Image aufbaut. Im Idealfall ein positives, das ihm „seine“ Kunden beschert. Beim Blick in die Märkte zeigt sich, der eine präsentiert sich als Familien-Baumarkt, der nächste als einer für Profis. Wieder andere haben ein schmaleres Sortiment, das dann allerdings innerhalb der wenigen Warengruppen in die Tiefe geht. Welches Konzept der einzelne Markt nutzt ist, gerade für kleinere Anbieter unter anderem eine Frage des Marktumfeldes vor Ort bzw. bei den Ketten-Märkten die der Unternehmensphilosophie insgesamt.

Einfach ein paar Regale in den Laden und fertig, das reicht schon lange nicht mehr. Entsprechend sind die Anforderungen an den Ladenbau gewachsen oder haben sich verschoben. Das hat auch der Deutsche Ladenbau-Verband verinnerlicht. Schon 2012, im Zusammenhang mit seinem Jahrestreffen, hat der DLV darauf hingewiesen, dass der Handel neben den Kernkompetenzen der Ladenbauer mehr Dienst- und Serviceleistungen erwartet. Viele Ladenbauer würden auf diesen Bedarf reagieren, so der DLV. Dazu gehörten Konzeptentwicklungen, Ladenplanungen oder Projekt- und Baumanagement.
Trends im Ladenbau
Wohin die Trends gehen, wird sich vom 16 bis 20. Februar auf der Euroshop in Düsseldorf zeigen. Auf 110.000 qm wird in 16 Messehallen gezeigt, wie der Einzelhandel visuell in die Zukunft startet. Lichttechnik, Shop-in-Shop-Konzepte und neue digitale Elemente am POS sind bestimmende Trends. Ob online Einkauf oder der traditionelle Besuch in der Filiale, Kunden wollen immer häufiger beide Wege nutzen und jeden Einkauf „nahtlos“ erleben. Online und stationärer Einkauf müssen aufeinander abgestimmt sein und zueinander passen. Dies stellt auch an die IT-Infrastruktur und die POS-Systeme neue Herausforderungen. Der Point of Sale muss sich zum Point Of Commerce entwickeln, sprich: ein Portal darstellen, das alle Einsatzmöglichkeiten des Handels abbilden kann. Für echte Omni-Channel Erfahrungen müssen POS-Systeme nahtlos bestehende Handelskanäle eines Unternehmens erweitern. „Egal, ob ein Kunde online oder in der Filiale einkauft, er sollte seine Ware in einer Filiale seiner Wahl umtauschen können. Und das schnell und einfach, sowohl für den Kunden als auch für das Verkaufspersonal,“ beschreibt Toshiba Business Unit Director Jörg F. Hölterhoff einen konkreten Vorgang.
Trends im internationalen Store-Design kommen in der Regel nicht aus Deutschland. Ein Beispiel, welches auch schon gar nicht mehr so ganz neu ist, stellt ein so genannter „Demo-Store” in der U-Bahn von Seoul dar. Hier hatte der britische Einzelhändler Tesco einen virtuellen Shop eingerichtet, bestehend aus Produkt-Fotos mit jeweils einem QR-Code, den man beim Warten auf die Bahn einscannen und so seine Einkäufe erledigen konnte. Die Verbraucher waren zufrieden, denn sie hatten den Weg zum Supermarkt gespart. Das Gleiche kann man noch immer in der U-Bahn von Barcelona bewundern, wo ein Sony Virtual Shop auf QR-Codes setzt, aber so gut wie nie genutzt wird. Es scheint so, dass Technik ohne Bedienung unattraktiv ist und nur im Gesamtpaket funktioniert. Generell kann man sagen, dass die Entwicklungen in den LEH und den Baumärkten nicht immer im gleichen Takt parallel verlaufen.
>>> Den vollständigen Beitrag lesen Sie im Februar-Heft des baumarktmanager. <<<