Gut ein Jahr befindet sich der so genannte Innovation Store in der Pulheimer Filiale des Baumarktbetreibers Knauber im realen Einsatz. Zeit genug um Bilanz zu ziehen. Was ist der Nutzen und wie geht es nach dreijähriger Testphase weiter?
Im Innovation Store innerhalb der Knauber-Filiale in Pulheim präsentieren 17 Netzwerkpartner aus Handel, Industrie, Dienstleistung und Wissenschaft seit rund einem Jahr innovative Handelskonzepte und Produktneuheiten. Die Tests am Point of Sale (PoS) erlauben nun ein erstes Zwischenfazit: Welche Innovationen werden vom Kunden angenommen? Welche nicht? Und aus welchen Gründen? Diese Fragen sollten auf der gestern stattfindenden Pressekonferenz im Innovationstore selbst beantwortet werden. Denn nun soll der Innovation Store in die nächste Projektphase gehen, weitere Innovationen getestet und die gewonnenen Erkenntnisse des vergangenen Jahres umgesetzt werden.
Die Idee sei es, so die Knauber Chefin Dr. Ines Knauber Daubenbüchel, eine Plattform zu schaffen, die den intensiven Dialog zwischen Industrie und Handel ermöglicht. „Wir wollen gegenseitig voneinander lernen und wir wollen vom Kunden lernen“, so die Geschäftsführerin. Ein Gedanke den IFH Geschäftsführer Boris Hedde, der das Projekt von der wissenschaftlichen Seite begleitet hat, aufgriff: „Wir hatten die Gelegenheit in mehreren Workshops Interviews mit jeweils bis zu 20 DIY-affinen Konsumenten führen zu können. Das hat uns eine sehr tiefgreifende Analyse ermöglicht. Es galt herauszufinden, wie der Kunde tickt.“ Und Peter Stechmann, Geschäftsführer des Farbenhersteller Alpina ergänzte: „Die Transparenz und die Offenheit zwischen Industrie und Handel haben wir so noch nicht erlebt. Wir konnten weit in die Zahlen des Handelspartners hineinschauen, und das hat uns wesentliche Erkenntnisse gebracht.“
Vor allem sind es die neuen Technologien, die vom Verbraucher als echte Innovationen wahrgenommen werden. Diese würden aber nicht um ihrer Selbst willen angenommen, sondern nur, wenn ein direkter Nutzen klar erkennbar ist, lautet ein Fazit. So waren aufgrund technischer Hürden beispielsweise Beacons für den Kunden im Store nicht attraktiv. Die Ergebnisse der Interviews mit den DIY-affinen Konsumenten bestätigen, dass Baumarktbesucher digitale Angebote anhand ihres konkreten Nutzwerts bewerten und nicht per se digitale Services präferieren. Ein klarer Mehrwert ist z. B. Convenience. Genau darauf setzen die Netzwerkpartner fischer und OSRAM mit ihren neuen Projekten: Digitale „Produktfinder“ helfen bei der Artikelwahl und lotsen Kunden im Regal zum passenden Artikel. Es gab jedoch auch Stationen im Markt, an denen sich die Charakteristik eines Innovation Stores nicht direkt erschloss: Beispielsweise bleibt eine so genannte Themenplatzierung von Spezialerde für Knospenheide direkt an der Pflanze eben nur eine Sonderplatzierung nach herkömmlichen Stil. Vielleicht muss aber in einem Innovation-Store auch nicht alles irgendwie blinken und leuchten.
In der Januar-Ausgabe des baumarktmanager lesen mehr zum Knauber-Innovation-Store.
