Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie muss die Kölner Messegesellschaft erneut mit vergleichsweise wenig Umsatz und hohen Verluste leben. 2022 erwartet die Geschäftsführung eine Stabilisierung der Lage. Digitale Produktangebote und hybride Veranstaltungen sollen ausgebaut werden.
„Unsere Herbstmessen haben unter Beweis gestellt, dass Messen auch auf internationalem Niveau wieder möglich und für alle sicher durchzuführen sind“, sagt Messechef Gerald Böse. „Wir setzen weiter auf Stabilisierung, wollen die verschobenen Messen in diesem Jahr nachholen und unser Geschäft wieder in geordnete Bahnen lenken.“
Im Programm der Koelnmesse fanden 2021 von 68 weltweit geplanten Messen nur 34 statt: 13 Eigenveranstaltungen, elf Gastmessen und zehn Veranstaltungen im Ausland. Einige Eigenveranstaltungen, etwa Gamescom und Dmexco, wurden rein digital durchgeführt, andere als hybride Veranstaltungen.
Zwar lag der Umsatz 2021 mit rund 130 Millionen über Vorjahr (94 Millionen Euro), wovon rund 30 Millionen Euro aber nicht mit Messegeschäft, sondern mit dem Impfzentrum in den Messehallen erwirtschaftet wurden. Den Verlust im vergangenen Jahr gibt die Koelnmesse mit „unter 100 Millionen Euro“ an (2020: rund 110 Millionen Euro). Die wirtschaftliche Substanz der städtischen Tochtergesellschaft bleibe „unverändert tragfähig“, die Liquidität sei „in 2022 ebenfalls gesichert“.
Investitionen werden fortgesetzt
2022 wollen die Kölner rund 250 Millionen Euro erlösen und kalkulieren mit einem „deutlich geringeren Verlust“. Böse: „Es bleibt unser Ziel, an die Umsätze vor der Pandemie mit über 400 Millionen Euro anzuknüpfen. Dies könnte ab 2023/2024 wieder der Fall sein.“ Trotz Einbußen soll weiter investiert werden. Die am Standort Köln laut Messe „dringend benötigte“ Kongress- und Eventlocation „Confex“ soll 2024 fertiggestellt werden. Auch die Planungen für den Ost/West-Boulevard sollen wie geplant im Lauf edes Jahres 2022 starten. Andere Baumaßnahmen werden dagegen zunächst verschoben.
