Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat ihren Abwärtstrend vorerst gestoppt und sich moderat erholt. Die Einkommenserwartungen, die sich mit Beginn des Irankrieges deutlich eingetrübt hatten, fallen aktuell merklich positiver aus als noch im April. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die zuletzt signifikant eingebrochen waren, erholen sich in diesem Monat spürbar. Da der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert ist, scheint ein Teil der geopolitischen Unsicherheit inzwischen in den Erwartungen der Verbraucher eingepreist zu sein. Gleichzeitig deuten politische Signale auf mögliche Entlastungsmaßnahmen hin. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass sich die Einkommenserwartungen der privaten Haushalte aufgehellt haben. Insgesamt bleibt der Indikator im Vergleich zum Vor-Krisen-Niveau jedoch deutlich im pessimistischen Bereich.
„Die Verbraucherstimmung beendet, zumindest für den Moment, ihren Sinkflug und erholt sich in diesem Monat wieder etwas“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Neben den deutlich verbesserten Einkommensaussichten stützen eine rückläufige Sparneigung sowie eine leicht zunehmende Anschaffungsneigung derzeit das Konsumklima. Die Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten bleiben aber in der Grundtendenz bestehen und sind im Konsumklima weiterhin sichtbar.“
Die Anschaffungsneigung bleibt aber weiterhin eingetrübt und signalisiert, dass die Verbraucher es derzeit nicht besonders ratsam finden, größere Anschaffungen zu tätigen.
Inflationssorgen lassen nach
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich in diesem Monat leicht. Allerdings rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten. Vor dem Hintergrund der zuletzt mehrfach nach unten angepassten Wachstumsprognosen kann es jedoch als positives Signal gewertet werden, dass sich die Konjunkturerwartungen erholt haben. Dies dürfte im Kontext der deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen stehen.
Gleichzeitig stieg die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2,9 Prozent und lag damit einen Prozentpunkt über dem Wert vom Februar dieses Jahres.
