Kopp-Sitz in Kahl am Main Quelle: Kopp
Kopp-Sitz in Kahl am Main Quelle: Kopp

Industrie

16. August 2021 | Teilen auf:

Kopp: Retail-Geschäft verschiebt sich von stationär zu online

Trotz Lockdown-Maßnahmen und Problemen bei der Warenverfügbarkeit hat die Kopp-Gruppe das erste Halbjahr 2021 mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Das Unternehmen erwartet weiterhin hohe Absätze über die Onlinekanäle der Handelspartner.

„Wir liegen knapp über unserem Ergebnis in 2020. Unter den schwierigen Voraussetzungen ist dies eine solide Entwicklung, die zeigt, dass wir in unserer Wachstumsstrategie bestehen“, sagte Kopp-Chef Stephan Dörrschuck. „Bereits seit vielen Jahren investieren wir, auch als Hersteller ganzheitlicher Lösungen für ein effizientes Energiemanagement, bereits in den Bereich energetischer Unabhängigkeit und Klimaneutralität. Denn die dezentrale Energieversorgung ist nichts Geringeres als die Zukunft. Und genau dieses Ziel verlieren wir nicht aus den Augen und prognostizieren für die zweite Jahreshälfte daher auch ein deutlicheres Wachstum in diesem Segment.“

Im Retail-Bereich spürt der Hersteller elektrotechnischer Produkte und Komponenten die Auswirkungen der mehrmonatigen Schließung der Baumärkte auf den Umsatz. Das starke Onlinegeschäft der Marktpartner habe die stationären Verluste jedoch nahezu ausgeglichen. Dörrschuck: „Was unser traditionelles Angebot – von klassischen Stecker- und Schalterprogrammen bis hin zu Dimmern und Bewegungsmeldern – angeht, hat nicht zuletzt wegen der Marktschließungen eine Verschiebung vom stationären zum Onlinemarkt stattgefunden.“ Diese werde künftig vermutlich anhalten, sich eher sogar noch steigern: „Elektroinstallateure, Großhändler, Industrie und OEM decken außerdem gerade die Nachholbedarfe, die sie 2020 wegen der Pandemie nicht bedienen konnten. Bei den Bestellungen verzeichnet Kopp also keinen Rückgang.“

Wie viele Unternehmen leidet auch Kopp unter der momentan schwierigen Versorgungslage mit Rohmaterialien. „Bei dem einen oder anderen ist es zum jetzigen Zeitpunkt schon wirklich knapp“, sagt Dörrschuck. Nach wie vor gebe es viele „Force Majeur“-Meldungen seitens Produzenten, die Ausfälle beklagen. „Zudem ist es derzeit extrem schwierig, die Spezialstähle zu bekommen, die wir bei Kopp verarbeiten – hier können wir aktuell keine langfristigen Vereinbarungen sichern.“

Kopp will „revolutionäre Neuheit“ auf den Markt werfen

Der Kopp-Chef ist überzeugt, dass sich die Situation sich wieder normalisieren wird: „Voraussetzung für eine positive Entwicklung ist die Verfügbarkeit der Rohstoffe und Komponenten. Damit stellen wir unsere Lieferfähigkeit sicher und sorgen für einen reibungslosen Verlauf.“ Zudem werde der Hersteller bald mit einer „revolutionären Neuheit auf den Markt kommen, die es so bislang noch nicht gibt. Deshalb glaube ich daran, dass wir auch in der zweiten Jahreshälfte unser Ziel erreichen werden.“