Rauchende Schornsteine von Industriefirmen. (Quelle: Pixabay/SD-Pictures)
Die Industrie rechnet mit Nachschubproblemen bis weit ins Jahr 2022 hinein. (Quelle: Pixabay/SD-Pictures)

Industrie

03. November 2021 | Teilen auf:

Materialmangel: Keine Entspannung in Sicht

Die deutsche Industrie klagt nach wie vor über starke Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Der Materialmangel hat sich laut Ifo-Institut im Oktober nur geringfügig verbessert. Die Firmen erwarten kurzfristig keine Verbesserung der Situation.

70,4 Prozent der Industriefirmen kämpfen demnach mit Engpässen und Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das sind 7 Prozentpunkte weniger als im September. „Von einer Entspannung kann aber nicht gesprochen werden“, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Insbesondere, weil die Firmen erwarten, dass die Engpässe bis weit ins neue Jahr bestehen bleiben.“

Der aktuellen Umfrage der Wirtschaftsforscher zufolge gehen die Industriefirmen im Durchschnitt davon aus, dass die Probleme noch acht Monate andauern werden. Die Chemieindustrie erwartet sogar einen Zeitraum von zehn Monaten. Ähnliche Werte berichtet die Automobilbranche. Den kürzesten Zeitraum mit 5,5 Monaten erwartet die Nahrungsmittelindustrie.

Besonders betroffen sind die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen: 90 Prozent berichten von Problemen bei der Materialbeschaffung. Ein ähnliches Ausmaß hat die Knappheit in der Automobilindustrie. Im Maschinenbau sind es 81 Prozent. Bei den Nahrungsmittelherstellern beträgt der Anteil 51 Prozent. Dieser ist seit dem vergangenen Monat um 6 Prozentpunkte gestiegen.

In den meisten anderen Branchen hat die Lage laut Ifo sich etwas entspannt. Aufgrund der andauernden Lieferprobleme planten weiterhin viele Unternehmen an der Preisschraube zu drehen, so Wohlrabe. „Wir sehen, wie sich die Preiserhöhungen durch die gesamte Wirtschaft ziehen.“

zuletzt editiert am 03.11.2021