Ein Bauarbeiter sägt Holz auf einer Baustelle.
Auf den Baustellen droht wieder verstärkt Knappheit von Baustoffen. (Quelle: Pixabay)

Branche 2022-03-14T09:42:15.736Z Materialpreise: Baugewerbe schlägt Alarm

Die ohnehin bereits hohen Kosten für Baustoffe steigen aufgrund des Kriegs in der Ukraine weiter. Bauindustrie und Baugewerbe warnen vor gravierenden Materialpreissteigerungen und drohenden Lieferschwierigkeiten.

„Die Materialpreise steigen täglich, teilweise im Stundentakt. Allerdings sind die Preissteigerungen bisher noch kein Anzeichen von Materialknappheit, sondern eher von Angst vor drohenden Lieferausfällen. Inwieweit und vor allem wann es zu angebotsseitigen Materialengpässen kommen wird, lässt sich aktuell noch nicht beurteilen. Die Gefahr ist aber sehr reell“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Besonders betroffene Bauproduktegruppen seien erdölbasierte Stoffe wie Bitumen als wichtiger Bestandteil von Asphalt für den Straßenbau, Stahl und Aluminium, die zu großen Teilen aus Russland beziehungsweise der Ukraine bezogen werden. Gleichzeitig werde es für die Unternehmen zunehmend schwieriger, Produkte wie Spundwände und Epoxidharze oder gar Abdeckfolie und Hartholz am Markt einzukaufen. Müller: „Bereits jetzt garantieren einzelne Baustofflieferanten keine Preise mehr, teilweise nehmen Lieferanten sogar keine Anfragen mehr entgegen. In laufenden Verträgen ist es für die Unternehmen kaum möglich, diese Preissteigerungen weiterzureichen, was zu einem großen wirtschaftlichen Risiko führen kann. Für neue Projekte kann es sogar dazu führen, dass die Unternehmen keine Angebote mehr abgeben können. Erste Anzeichen sind auf kommunaler Ebene zu beobachten.“

ZDB will Runden Tisch zu Materialpreisen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) schlägt einen Runden Tisch zu Materialpreisen und Lieferengpässen vor. „Die sich infolge des Krieges in der Ukraine verschärfenden Lieferengpässe und vor allem die daraus resultierenden Preissteigerungen bei Baumaterialien stellen unsere Unternehmen vor große Herausforderungen. Wie wir diese mit den öffentlichen Auftraggebern lösen können, sollte an einem Runden Tisch gemeinsam mit der Bundesregierung beraten werden. Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag deutlicher. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf heimische Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten“, sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

zuletzt editiert am 17. März 2022
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