Die deutsche Möbelindustrie ist dank einer höheren Auslandsnachfrage im vergangenen Jahr leicht gewachsen. Für 2022 erwarten die Branchenverbände ein Umsatzplus von 10 Prozent aufgrund von Preiseffekten. Steigende Material- und Logistikkosten werden die Hersteller weitergeben.
Die massive Verteuerung nahezu aller benötigten Materialen und Vorprodukte macht den deutschen Möbelproduzenten zu schaffen. Betroffen sind unter anderem Holzwerkstoffe, Beschläge und Metallkomponenten, Polsterschäume, Verpackungsmaterialien, elektronische Bauteile, Logistikkosten sowie Energie. „Es ist eine nahezu notwendige betriebswirtschaftliche Folge, diese extremen Preissteigerungen in irgendeiner Form weiterzugeben“, sagte der Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie, Jan Kurth, gestern bei einer Pressekonferenz. Er prognostizierte für dieses Jahr ein Umsatzplus von 10 Prozent für die deutsche Möbelindustrie – nicht wegen mehr Absatz, sondern wegen der Preiseffekte.
Bei einzelnen Händlern habe man bereits Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich gesehen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), Christian Haeser. „Wenn die Warenknappheit und auch die Lieferschwierigkeiten andauern, dann kann es auch zu weiteren Preiserhöhungen kommen.“ Es sei abzuwarten, „inwiefern sich das summa summarum niederschlägt“.
Der Umsatz der Möbelindustrie stieg 2021 um rund 2 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro, wie die Branchenverbände mitteilten. Das sei „eine ganz gute Bilanz“ für die Branche, sagte Kurth. Das Vor-Corona-Niveau von 17,9 Milliarden Euro im Jahr 2019 wurde nicht ganz erreicht. Hersteller von Polstermöbeln, Küchen und Büromöbeln (für das Homeoffice) verbuchten mehr Erlöse, Fabrikanten von Betten, Ess- oder Wohnzimmertischen weniger.
