Netztasche und Handy mit Recyle-Symbol (Quelle: Pexels)
Das Thema Kreislaufwirtschaft bietet der DIY-Branche spannende Möglichkeiten, sich mit neuen Geschäftsmodellen am Markt zu positionieren. (Quelle: Pexels)

Branche

03. May 2022 | Teilen auf:

Nachholbedarf bei gebrauchten Baumarkt- und Gartenartikeln

Laut dem Konsumbarometer 2022 von Consors Finanz sind fast 70 Prozent der Deutschen offen für die Kreislaufwirtschaft, also gebrauchte oder recycelte Artikel. Knapp zwei Drittel der Deutschen kaufen sogar gebrauchte Produkte, nicht neue DIY-Artikel hingegen nur 15 Prozent.

Die aktuelle Konsumlaune unter den Europäern ist von Krisen beeinflusst: Während die Post-Pandemie-Phase die Kauflaune eher anregt, belasten die steigenden Konsum- und Energiepreise einige Bevölkerungsgruppen überproportional. Zugleich bewirkt die Klimakrise ein immer deutlicheres Umdenken bei den Konsumenten. In dem aktuellen Konsumbarometer 2022 „Circular Economy“ von Consors Finanz zeigt sich die Zeitenwende hin zu einem zunehmend vorsichtigeren und nachhaltigeren Konsum. Bei Baumarkt- und Gartenartikeln besteht jedoch noch Nachholbedarf.

Spannende Möglichkeiten für DIY-Branche

„Das Shoppen der Zukunft soll möglichst günstig, nachhaltig, ressourcenschonend und abfallvermeidend sein“, resümiert Oliver Schurack, Head of Retail Financial Solutions von Consors Finanz. „Dafür muss der Handel proaktiv neue Angebote schaffen, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Insbesondere die DIY-Branche hat hier spannende Möglichkeiten, sich mit neuen Geschäftsmodellen am Markt zu positionieren.“ Dazu zählten beispielsweise Rücknahmeangebote, Reparaturservices oder der Aufbau von Secondhand-Abteilungen.

EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft

Flankiert wird der Trend zu bewusstem Konsum durch den EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft. Dieser wurde im März durch die Kommission in einer überarbeiteten Version vorgelegt. Erklärtes Ziel ist, den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern und den Abfall stark zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen die 3R: Reduce (reduzieren), Reuse (wiederverwenden) und Recycle (wiederverwerten). Der Aktionsplan ist nicht nur ein Appell an Verbraucher, sondern vor allem mit konkreten Pflichten für die Händler verbunden. So sind weitergehende Recycling-Auflagen, Maßnahmen für mehr Materialeffizienz und ein Recht der Konsumenten auf Reparatur von Waren geplant.

Sieben von zehn Deutschen mit „3R“ vertraut

Die Idee der Kreislaufwirtschaft ist auch bei den Verbrauchern angekommen. Laut Konsumbarometer sind immerhin fast sieben von zehn Deutschen (Europa 64 Prozent) mit den 3R vertraut. Jeder Achte steht den Ideen positiv gegenüber. Dass sie sich positiv auf die Umwelt auswirken, glauben 82 Prozent der Deutschen (Europa 85 Prozent).

Wandel im Kopf kommt langsam in Gang

Dennoch kommt der Wandel im Kopf erst allmählich in Gang. Nach wie vor ist es drei von vier Deutschen und Europäern wichtig, Produkte zu besitzen. Nur rund ein Viertel kann sich vorstellen, stattdessen Dinge zu leihen oder zu mieten. Bei DIY-Artikeln kommt das immerhin für jeden dritten Deutschen in Betracht. Zugleich hat der Secondhand-Markt in der Branche noch einiges an Potenzial. Während immerhin knapp zwei Drittel der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten allgemein auch gebrauchte Produkte gekauft haben, kommt es im Bereich DIY nur für 15 Prozent infrage. Ausgeprägter ist die Bereitschaft, eigene DIY-Artikel im Kreislauf zu halten. So versuchten 28 Prozent, gebrauchte Artikel zu verkaufen, beinahe jeder Fünfte, Baumarkt- und Gartenartikel zu reparieren oder an Freunde oder Familie weiterzugeben (jeweils 20 Prozent). Insbesondere bei der Bereitschaft, alte Geräte zu reparieren, rangieren die Deutschen allerdings unter dem europäischen Durchschnitt von 23 Prozent.

zuletzt editiert am 03.05.2022