John W. Herbert, EDRA/GHIN, Köln
John W. Herbert auf der Dachterrasse des Head Office von EDRA/GHIN in Köln (Quelle: RM Handelsmedien)

Nachhaltigkeit 2023-09-28T09:02:37.023Z Netzwerker mit Visionen

John W. Herbert Er ist seit 67 Jahren der Heimwerker-Branche aufs engste verbunden, er ist Träger des Global DIY Lifetime Award 2022 und er brennt als Generalsekretär von EDRA/GHIN für sein Engagement und seine Botschaften – wie am ersten Tag. Ein Besuch bei John W. Herbert im Kölner Head Office. Markus Howest

Über den Dächern von Köln, vis-á-vis der Domspitzen, empfängt John W. Herbert, Generalsekretär des internationalen Branchenverbandes EDRA/GHIN, seine Besucher. Es ist Anfang Mai, nur noch wenige Wochen bis zum Start des 9. DIY Global Summit in Berlin, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wenn John W. Herbert die Veranstaltung unter dem Motto „Visions of DIY in the Age of Uncertainty“ eröffnet, werden hochkarätige Referenten aus 10 Ländern sowie mehr als 1.100 Top-Manager und Experten weltweit und über 350 Händler führender DIY-Unternehmen im Tagungssaal des Hotel Estrel versammelt sein.

Doch bevor das wichtigste Branchenevent in Berlin über die Bühne geht, wird John W. Herbert noch viel unterwegs sein. Erst vor wenigen Tagen ist der DIY-Lifetime-Award-Gewinner von einer Study Tour in Atlanta (USA) zurückgekehrt, zusammen mit 50 Führungskräften aus verschiedenen Ländern war er zu Besuch bei Home Depot. Einer dieser Termine, bei dem man über den eigenen Tellerrand hinausblicken kann – etwas, das ihm sehr am Herzen liegt. In Atlanta war John W. Herbert beispielsweise von den „enthusiastischsten und motiviertesten Mitarbeitern“ bei Home Depot sehr beeindruckt, wie er in einem Post bei Linkedin schrieb.

Das Prinzip „Lernen“

Und schon steht die nächste Reise auf der Agenda – zur Internationalen Eisenwarenmesse nach Bergamo, Italien, bei der EDRA/GHIN als Partner fungiert. „Ich bin viel in der ganzen Welt unterwegs“, sagt der 82-Jährige mit seinem unverwechselbaren Schmunzeln. Zu Besuch bei Mitgliedern oder solchen, die es werden wollen, bei internationalen Verbänden, bei Händlern und bei der Industrie. Dabei verfolgt der gebürtige Brite eine ebenso simple wie essenzielle Mission: „Wir müssen voneinander lernen“, sagt er, und er scheint damit Erfolg zu haben. Denn seit John W. Herbert die Geschicke von EDRA (seit 2004) und GHIN (seit 2014) leitet, hat sich die Zahl der assoziierten Unternehmen auf 223 erhöht. Diese betreiben 33.500 Stores in 78 Ländern, beschäftigen mehr als 1,4 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften rund 340 Milliarden Euro im Jahr.

Der langjährige CEO von Knauber weiß, dass die Leute, gerade in ungewissen Zeiten, den Wert des Netzwerkens und die Möglichkeit zum Austausch von Ideen und Erfahrungen sehr schätzen. Bei aller gewachsenen Bedeutung des internationalen Branchenverbandes legt John W. Herbert großen Wert darauf, dass der Verband „absolut neutral“ bleibt. Kein leichter Job bei so vielen verschiedenen Interessenlagen von Händlern, Vertrieblern und der Industrie. „Wir sind sehr vorsichtig“, bekräftigt der EDRA/GHIN-Chef, wohlwissend, dass die Glaubwürdigkeit des gesamten Netzwerks auf dem Spiel steht.

Nachhaltigkeit: Unternehmen haben Vorbildfunktion

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, ist die Marschrichtung klar. „Wir müssen den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren, dazu gibt es keine Alternative“, sagt John W. Herbert im Gespräch mit BaumarktManager. Mehr nachhaltige Produkte seien erforderlich, Unternehmen hätten eine klare Vorbildfunktion, so seine Devise. Und wer bezahlt die hohen Mehrkosten, die der Industrie für Entwicklung und Innovation entstehen? Staatliche Fördergelder wären eine Option, lässt der Generalsekretär von EDRA/GHIN durchblicken. Hier mag der Arm des internationalen Branchenverbandes in Richtung Brüssel hilfreich sein, wo durch gezielte Lobbyarbeit versucht wird, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Apropos Einflussnahme: Auf eine Vielzahl drängender aktueller Zukunftsfragen wird auch das Programm des diesjährigen Global DIY Summit Bezug nehmen und wichtige Diskussionen anstoßen. Immerhin geht es darum, wie sich die Visionen der Zukunft nach und nach in die Realität umsetzen lassen. Dass dies gelingen wird, dafür sieht John W. Herbert die Branche gut aufgestellt. Denn sie habe etwa in der Pandemie gezeigt, wie schnell und effektiv sie sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen kann.

Mit all seiner Erfahrung wird John W. Herbert auch künftig auf seinen Reisen und in unzähligen Gesprächen mit der internationalen DIY-Community dazu beitragen, dass die Branche sich weiterentwickelt. Doch bei allem Glauben an die notwendige Transformation hin zu neuen Geschäftsmodellen bleibt John W. Herbert im Herzen ein leidenschaftlicher Befürworter des stationären Handels. Wen wundert’s, hat er doch seine Lehre im Einzelhandel im Alter von 14 Jahren begonnen.

John W. Herbert, DIY-Lifetime Award, Kopenhagen
John W. Herbert wurde 2022 in Kopenhagen mit dem DIY Lifetime Award ausgezeichnet. (Quelle: Global DIY Summit)
DIY Summit, Berlin
Mehr als 1.000 Teilnehmer aus über 50 Ländern werden zum Global DIY Summit in Berlin erwartet. (Quelle: Global DIY Summit)
zuletzt editiert am 11. Mai 2023
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