Eine Person in einer dunkelgrünen Jacke sitzt in Rückenansicht am Ufer eines Flusses und beobachtet ein vorbeifahrendes Frachtschiff bei herbstlicher Stimmung.
Niedrige Pegel belasten die Binnenschifffahrt an Rhein und Donau. (Quelle: Pixabay)

Handel 2026-08-10T06:24:07.929Z Niedrige Pegel: Mögliche Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeiten

Die anhaltend niedrigen Pegelstände auf Rhein und Donau erschweren die Logistik in der Agrar- und Futtermittelbranche erheblich – mit möglichen Folgen auch für Preise und Verfügbarkeiten im Sortiment der Baumärkte.

Nach Angaben der Agravis Raiffeisen AG könnten Schiffe am Ober- und Niederrhein derzeit nur rund ein Drittel ihrer üblichen Ladung aufnehmen. Besonders betroffen seien Ölschrote wie Raps- und Sojaschrot sowie Mineralölprodukte, während Getreide wegen regionaler Versorgung und Kanalstandorten weniger im Fokus stehe.

Die Transportkosten auf dem Rhein seien nach Einschätzung der Agravis-Experten deutlich gestiegen. Ursache seien vor allem sogenannte Kleinwasserzuschläge, mit denen Reedereien den Verlust an Lademenge kompensieren. Teilweise würden sich die Frachten nahezu verdoppeln; für Transporte aus Seehäfen seien die Kosten bereits um 70 bis 80 Prozent gestiegen. Hinzu kämen erhöhte Gasölzuschläge, deren Index sich zuletzt nochmals spürbar verteuert habe. Gleichzeitig brauche man wegen der geringeren Abladetiefe deutlich mehr Schiffe für dieselbe Menge Ware, eine vollständige Verlagerung auf den Lkw-Verkehr sei aus Kapazitätsgründen nicht darstellbar.

Für Baumärkte könnten sich diese Entwicklungen auf Produkte aus den Bereichen Futtermittel, Agrarbedarf und Energie auswirken. Steigende Fracht- und Energiekosten dürften sich mittelfristig in Einkaufspreisen niederschlagen, regionale Versorgungsengpässe und verzögerte Nachlieferungen seien bei mineralölbasierten Produkten nicht auszuschließen. Die Versorgung gilt nach derzeitiger Einschätzung von AGRAVIS zwar als grundsätzlich gesichert, sie bleibt aber stark wetterabhängig: Eine spürbare Entspannung werde erst bei flächendeckenden Niederschlägen erwartet. Bis dahin muss mit erhöhten Preisvolatilitäten und punktuell eingeschränkten Verfügbarkeiten gerechnet werden.

zuletzt editiert am 10. August 2026
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