Byggmax-Norwegen (Quelle: Byggmax)
Byggmax ist seit 2007 in Norwegen vertreten und zählte im letzten Jahr 40 Standorte. (Quelle: Byggmax)

Branche

23. April 2020 | Teilen auf:

Norwegen: Gute Geschäfte mit Profis

Bevor die Corona-Krise mehrere Nationen in den Lock-Down zwang, erwirtschafte die Baumarktbranche in verschiedenen Ländern gute Umsätze. So wirft BaumarktManager einen Blick zum norwegischen Home-Improvement-Markt. Er ist 2018 um knapp 5 Prozent gewachsen und für 2019 rechnet der Verband weiterem Wachstum.

Für die Akteure im norwegischen Home-Improvement-Handel verlief das Jahr 2018 positiv. Nach Marktzahlen des Hauptverbandes der Dienstleistungsbranchen Virke setzten sie 48,5 Milliarden Norwegische Kronen (rund 4,9 Milliarden Euro) um, was einem Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zuwächse resultierten vor allem aus einer Zunahme des Profigeschäfts, dessen Umsatzanteil 2018 bei 62 Prozent lag. Immer mehr Bau- und Renovierungswillige setzten bei ihren Projekten auf professionelle Unterstützung, anstatt selbst Hand anzulegen. Dennoch habe sich auch der Endverbrauchermarkt 2018 umsatzmäßig positiv (plus 1,3 Prozent) entwickelt, so der Verband. Für 2019 hat er seine Wachstumsprognose im vergangenen September von 5 auf 2 Prozent abgesenkt.

Marktführer im norwegischen Markt ist die Optimera-Gruppe, die mit 23,8 Prozent den größten Anteil am Gesamtumsatz der Branche erzielte. Zur Gruppe, die 2018 mit 216 Outlets den Verbandszahlen zufolge einen Nettoumsatz von 11,6 Milliarden NOK (1,18 Milliarden Euro) erwirtschaftete, gehört die 2002 gegründete Baumarktkette Montér. Nach einigen Neueröffnungen lag die Zahl Mitte Dezember 2019 bei 133 Outlets. Seit 2005 ist Optimera Teil des französischen Saint-Gobain-Konzerns, der weltweit in über 60 Ländern vertreten ist.

Die Nummer zwei in Norwegen ist die Mestergruppen, die die Baustoffhandelsketten Byggtorget, Byggeriet, Ski Bygg und XL-Bygg umfasst. Mit 213 Standorten wurde 2018 ein Nettoumsatz von 9,7 Milliarden NOK (983 Millionen Euro) erzielt. Der Marktanteil belief sich auf 20,1 Prozent.

Coop Norge sieht sich als Preisführer in der Branche und als größten Player auf dem Endverbrauchermarkt. Der Anteil privater Kunden liegt bei rund 95 Prozent. 2018 hat sich der Umsatz laut Geschäftsbericht mit einem Plus von 5,2 Prozent deutlich besser entwickelt als der Markt. Laut Virke-Zahlen setzte die Kooperation mit 118 Standorten 5,5 Milliarden NOK (557 Millionen Euro) um und erreichte damit einen Marktanteil von 11,3 Prozent. Coop Norge betreibt inzwischen nur noch zwei Vertriebsformate: Coop Byggmix und OBS Bygg. Einschließlich einer Neueröffnung zählte die Vertriebslinie zum Ende des Jahres dann 49 Niederlassungen.

Kesko-Gruppe verliert Umsatz

Die finnische Kesko-Gruppe ist mit ihrer Vertriebslinie Byggmakker in Norwegen vertreten und zählte Ende 2018 landesweit 65 Niederlassungen. Im Juli 2018 übernahm sie die beiden norwegischen Bau- und Heimwerkermärkte Skattum Handel (Nettoumsatz 2017: 94 Millionen NOK) und Gipling (151 Millionen NOK), die bereits im Byggmakker-Format geführt wurden. Nach der Übernahme betreibt Byggmakker 30 der insgesamt 65 Märkte selbst. Durch die Akquisitionen konnte das Unternehmen sein Betriebsergebnis dem Geschäftsbericht zufolge deutlich steigern. Bei einem Umsatz von 5,1 Milliarden NOK (517 Millionen Euro) ist die Kesko-Tochter die Nummer vier des Marktes mit einem Anteil von 10,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz deutlich zurückgegangen. Das Minus lag Unternehmensangaben zufolge bei 19 Prozent. Anfang 2019 wurde die Übernahme von zwei weiteren Baumarktketten – Sørbø Trelast AS und Tau & Jørpeland Bygg AS – abgeschlossen.

Das Familienunternehmen Løvenskiold betreibt die Baumarktvertriebslinie Maxbo, die Ende 2018 insgesamt 67 Standorte umfasste. Bis Ende 2019 ging die Zahl der Märkte auf 63 zurück, darunter sind sieben Großflächen und sechs Niederlassungen für gewerbliche Kunden (Maxbo Proff). Bygger’n gehört zum Familienunternehmen EA Smith AS. Ende 2018 wurden 95 Standorte betrieben, ein Jahr später 89. Der Umsatz belief sich 2018 laut Verband auf 3,6 Milliarden NOK (365 Millionen Euro). Der Marktanteil lag bei 7,4 Prozent. Carlsen Fritzøe erreichte einen Marktanteil von 4,5 Prozent bei einem Umsatz von 2,2 Milliarden NOK (223 Millionen Euro). Die Zahl der Märkte blieb in den vergangenen drei Jahren unverändert bei 26.

Byggmax auf Expansionskurs

Byggmax ist seit 2007 in Norwegen vertreten. Ende 2018 zählte das Unternehmen nach fünf Neueröffnungen 40 Standorte. 2019 wurde nicht expandiert. In der Zentrale sieht man Potenzial für 60 Filialen. Mit rund 3.000 Artikeln bietet das Format ein recht überschaubares Basissortiment, das um ein Onlineangebot von rund 1.000 Artikeln ergänzt wird. Der im Herbst 2016 gestartete Onlineshop buildor.no wurde inzwischen eingestellt.

Der einzige nicht aus den nordischen Ländern stammende Betreiber ist Bauhaus. Das Unternehmen belegte 2018 mit einem Umsatz von 500 Millionen NOK (rund 51 Millionen Euro) und einem Marktanteil von 1,1 Prozent den 13. Platz. 2007 eröffneten die Mannheimer ihren ersten Standort in Liertoppen mit einer Gesamtverkaufsfläche von 20.000 Quadratmetern. 2010 ging das zweite Fachcentrum mit Drive-In in Vestby an den Start. Es ist mit einer Fläche von 22.000 Quadratmeter nach wie vor der größte Bau- und Heimwerkermarkt in Norwegen. Bei der damaligen Eröffnung nannte Bauhaus als Zielmarke für dieses Land zehn Standorte rund um die großen Städte.

Weitere Player aus Schweden

Der schwedische Baumarktbetreiber Jula, der nicht in die Virke-Statistik aufgenommen wurde, stieg 2008 in den norwegischen Markt ein und betreibt nach zwei Neueröffnungen im Jahr 2018 inzwischen 34 Filialen. Weitere schwedische Unternehmen, die DIY-Artikel in ihren Sortimenten führen, sind Clas Ohlson mit über 90 Standorten, darunter Kleinflächen mit rund 400 Qua­dratmeter, und Rusta, das Ende 2019 nach sieben Neueröffnungen 35 Outlets zählte. In diesem Sommer soll in Sarpersborg ein Bau- und Einrichtungsmarkt mit einer Gesamtverkaufsfläche von 2.000 Quadratmetern eröffnen.

Das norwegische Unternehmen Jernia (129 Filialen) deckt mit seinem Sortiment die Bereiche Eisenwaren, Werkzeuge, Farben, Haushaltsartikel und Inneneinrichtung ab. Der dänische Baumarktbetreiber Jem & Fix stieg 2018 in Norwegen ein. Nach einer Neueröffnung im Mai 2019 in Slitu nahe Oslo mit einer Verkaufsfläche von 2.400 Qua­dratmetern betreibt er fünf Märkte. Fargerike ist die größte Einzelhandelskette für Farben und Innendekoration in Norwegen. Ende 2019 zählte sie 102 Standorte und damit 15 weniger als im Vorjahr.

Quelle: BMM
zuletzt editiert am 25.06.2021