In Augsburg lautete heute Morgen die spannende Frage: Bleibt der Obi-Markt geschlossen, wie es die Gewerkschaft mitgeteilt hatte? Oder wird geöffnet, wie es baumarktmanager in Wermelskirchen in Erfahrung bringen konnte?
Wie Vertreter der Gewerkschaft Verdi heute aus Augsburg bekannt geben, stellt die Geschäftsleitung der Baumarktkette Obi den Betrieb „entgegen ihrer Ankündigung vom 23.6.2016, in der Augsburger Niederlassung nun doch nicht ein.“ Hierbei handele es sich um „Zurückrudern der Geschäftsführung“, das maßgeblich aufgrund des Drucks geschehe, den Verdi zusammen mit dem Gesamtbetriebsrat und dem Augsburger Betriebsrat auf Obi aufgebaut habe. Vor allem habe der Betriebsrat am Arbeitsgericht Augsburg eine einstweilige Verfügung gegen diese Maßnahme beantragt. Vertreter des Arbeitsgerichts Augsburg waren heute für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Gestern hatten Gewerkschaftsvertreter noch angekündigt, dass der Augsburger Obi ab heute geschlossen bleiben sollte.
Innoffizielle Stellen bei Obi hatten hingegen bereits gestern erklärt, der Augsburger Markt bliebe bis zum vollständigen Abschluss der Verhandlungen geöffnet. Ziel dieser Verhandlungen soll unter anderem sein, sozialverträgliche Übergänge für Mitarbeiter zu schaffen, die man nicht in anderen Obi-Filialen beschäftigen könne.
Dass der Obi-Markt in Augsburg dicht gemacht wird, aus wirtschaftlichen Gründen, wie Obi betont, ist also eine abgemachte Sache. Nur wann, ist die Frage. Die Gewerkschafter sehen in diesem Vorgehen eine kaum erträgliche Hängepartie für die Beschäftigten. „Obi weigert sich nach wie vor, Klarheit zu schaffen. Dies ist für die Betroffenen schlicht eine Katastrophe“, lautet der Vorwurf von Thomas Gürlebeck, zuständiger Verdi-Sekretär in Augsburg. Und weiter: „Wir werden Obi und den Eigentümer, Herrn Haub, nicht aus der Verantwortung lassen.“
