Eine Frau sitzt mit Einkaufstüten und Laptop auf dem Schoß auf einem Sofa. Quelle: Pexels/Nataliya Vaitkevich
Die Verbraucher werden 2021 wohl erstmals für mehr als 100 Milliarden Euro online einkaufen. Quelle: Pexels/Nataliya Vaitkevich

Handel

07. October 2021 | Teilen auf:

Onlinehandel legt im dritten Quartal deutlich zu

Obwohl das dritte Quartal saisonal bedingt als schwächstes des Jahres gilt, sind die Warenumsätze im E-Commerce von Juli bis Oktober 2021 um 14,8 Prozent auf 22,19 Milliarden Euro gestiegen. Baumarkt-Produkte tragen einen großen Anteil dazu bei.

Wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) mitteilt, legen der digitale Direktvertrieb durch Hersteller und Multichannel am schnellsten zu. Der Direktvertrieb bleibt demnach der einzige Verkaufskanal, der seit Pandemieausbruch in jedem Quartal „im komfortablen zweistelligen Bereich“ gewachsen ist. Kein anderer Vertriebstyp konnte prozentual so stark zulegen wie Hersteller-Versender (+23,2 Prozent kumuliert von Januar bis einschließlich September 2021).

Nur das dritte Quartal betrachtet, sind die Multichannel-Händler am stärksten gewachsen. Dies überrasche, so der Verband, weil die auch im stationären Handel aktiven Unternehmen erstmals seit Jahresbeginn wieder ein gesamtes Quartal durchgängig die Geschäfte für Kunden öffnen konnten, die Kunden aber offenbar trotzdem weiterhin gerne online bestellen. Der Handel auf Onlinemarktplätzen, den zum weit überwiegenden Teil stationäre und Onlinehändler tragen, erhöht sein Volumen im langfristigen Trend weiter kräftig und wird 2021 erstmals in jedem Quartal deutlich mehr als 10 Milliarden Euro umsetzen.

„Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung der Multichannel-Händler, die zu den starken Ergebnissen der Branche beigetragen haben. Unter ihnen befinden sich viele Unternehmen, die ehemals rein stationär waren und sich in der Pandemie unter hohem Druck ein digitales Standbein aufgebaut haben. Das macht uns optimistisch und zeigt, dass sich viele dieser Händler erfolgreich im Digitalhandel festsetzen“, sagt bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Stärkste Wachstumstreiber unter den Warengruppen waren im dritten Quartal 2021 Lebensmittel (852 Millionen Euro, +34,5 Prozent), DIY & Blumen (878 Millionen Euro, +30,1 Prozent) und Hobby & Freizeitartikel (1,12 Milliarden Euro, +23,8 Prozent). Wachstumsstärkstes Warencluster waren Artikel des täglichen Bedarfs, worunter neben Lebensmitteln auch Drogerieprodukte und Tiernahrung fallen.

In den ersten neun Monaten 2021 sind im E-Commerce Gesamtumsätze von rund 67,4 Milliarden Euro aufgelaufen. Der bevh ist zuversichtlich, vor allem wegen des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts, in diesem Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro zu knacken.