Nach einem starken Jahresbeginn sind die Umsätze im deutschen Onlinehandel massiv eingebrochen. Wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) berichtet, sind die Unternehmen sehr unterschiedlich von der sinkenden Konsumlaune betroffen.
Zwar konnte der E-Commerce mit Waren insgesamt dank starker Umsätze im Nach-Weihnachtsgeschäft im ersten Quartal 2022 noch ein Plus von 8,2 Prozent auf 23 Milliarden Euro (Vorjahr: 21,1 Milliarden Euro) erzielen. Der Krieg in der Ukraine hat jedoch massive Auswirkungen, wie ein Vergleich der Umsatzentwicklung im ersten Quartal dieses Jahres vor (+11,5 Prozent) und nach Kriegsbeginn (+2,3 Prozent) zeigt.
„Der Blick auf den Umsatz zeigt nicht, wie unterschiedlich die Unternehmen der Branche dieses Jahr erleben“, erläutert Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh. „Es gibt Onlinehändler, die weiterhin wachsen, und es gibt andere, die im zweistelligen Prozentbereich Umsatz abgeben. Es gibt Unternehmen, die Versorger oder Lieferant von dringend benötigten Gütern sind und deshalb mehr Nachfrage erfahren, und solche, deren Sortiment für die Menschen aktuell kaum relevant erscheint. Diese schwer planbare Situation wird durch spürbare Störungen im Nachschub und ungebremsten Anstieg der Kosten für zahlreiche Rohstoffe, für Transportleistungen, Verpackungen, Energie oder andere Betriebskosten erschwert.”
Ein Ende des Online-Booms sieht der Verband nicht. Groß-Albenhausen: „Mit Blick auf das gesamte Quartal haben die Kundinnen und Kunden ungebrochen im E-Commerce eingekauft. Weder shoppen jetzt weniger Menschen im Internet, noch lässt sich beobachten, dass einzelne Altersgruppen oder einkommensschwache Personen ihr Einkaufsverhalten im Onlinehandel verändert hätten. Das volle Ausmaß der Verbraucherverunsicherung – aufgrund der Kriegshandlungen mit ihren absehbaren Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung, auf Preise und Versorgung auch in Deutschland – wird sich aber erst in den kommenden Monaten mit den Mitteln der Marktforschung detailliert nachzeichnen lassen.“
