Ein lebendiges Bild von lila und rosa Blumen in einem Gewächshaus, umgeben von üppigem Grün.
Zahlreiche Branchen mussten wegen des Krieges im Iran ihre Preise bereits erhöhen. Diese Entwicklung hat nun auch den Gartenmarkt erreicht.  (Quelle: RM Rudolf Müller Medien)

Grüne Fakten 2026-05-08T06:29:11.909Z Preiserhöhungen auch in der Grünen Branche: Was das für den DIY-Handel bedeutet

Der Iran-Krieg und der eskalierende Nahost-Konflikt wirken inzwischen auch deutlich in die Wertschöpfungsketten der Grünen Branche hinein, so wie sies bereits in vielen Wirtschaftsbereichen der Fall ist. Die vom IVG in seiner jüngsten Mitteilung beschriebenen Effekte – steigende Energie‑, Fracht‑ und Rohstoffkosten sowie Lieferengpässe – markieren keinen kurzfristigen „Ausreißer“, sondern eine strukturelle Belastungsphase für Gartenmärkte, Baumärkte und Gartencenter. Was jetzt auf den DIY-Handel zukommt.

Die DIHK-Zahlen sind eindeutig: 83 Prozent der Unternehmen spüren bereits negative Auswirkungen, Frachtkosten, Energiepreise und Rohstoffe steigen simultan.

Für den Gartenbereich bedeutet das laut IVG:

Substrate, Erden, Dünger: Gasintensive Produktion (v. a. Ammoniak, Stickstoffdünger) trifft auf knapperes Angebot, etwa bei Harnstoff. Ergebnis: deutliche Preisaufschläge im Einkauf und tendenziell volatilere Bezugspreise.

Hartwaren, Geräte, Töpfe: Verteuerung von Keramik (Gas), Aluminium und Kunststoffen (Öl/Gas) schlägt direkt auf Margen.

Logistik: „Dieselfloater“-Klauseln in Speditionsverträgen machen jeden Dieselpreissprung unmittelbar zur Ertragsfrage.

Der IVG beschreibt eine Branche, die ihre Puffer weitgehend aufgebraucht hat. Preisweitergaben sind nicht mehr taktische Option, sondern betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. „Viele unserer Mitgliedsunternehmen haben in den vergangenen Monaten alles darangesetzt, lieferfähig zu bleiben und den gewohnten Service zu gewährleisten“, wird Anna Hackstein, Geschäftsführerin beim Industrieverband Garten (IVG) e.V in der Mitteilung zititert. „Doch die Entwicklung zwingt nun auch diejenigen zu Erhöhungen, die die Kostensteigerungen bisher kompensieren konnten." Dort, wo zugekaufte Rohmaterialien fehlen, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck daran, technische Alternativen und neue Lieferanten zu finden. Nichtsdestotrotz bleibt die Lage angespannt, so der IVG.

Konsequenzen für Baumärkte und Gartencenter

Für Entscheider im DIY-Handel ergeben sich aus Sicht des BaumarktManager drei zentrale Handlungsfelder:

  • Preispolitik und Sortimentssteuerung

  • Beschaffung und Lieferfähigkeit

  • Kommunikation am POS und zum Kunden

Strategische Einordnung

Für den DIY-Handel ist die aktuelle Lage mehr als eine Rohstoffkrise:

  • Strukturwandel statt kurzfristiger Peak: Energie, Logistik und CO₂-Kosten werden auch unabhängig vom Nahost-Konflikt langfristig höher bleiben. Garten-Sortimente müssen darauf ausgerichtet werden.
  • Chance für „grüne“ und effiziente Sortimente: Produkte mit geringerem Energie- und Rohstoffbedarf, regionale Produktion und Kreislaufkonzepte können mittelfristig preislich und kommunikativ punkten.
  • Markenkonsolidierung: Kleinere, schwächer kapitalisierte Lieferanten geraten stärker unter Druck. Für Baumärkte und Gartencenter bedeutet das: genauer beobachten, welche Marken langfristig lieferfähig und innovationsstark bleiben.

Die kommenden Saisons im Gartenmarkt werden voraussichtlich weniger über Aktionspreise als über intelligente Sortiments-, Beschaffungs- und Kommunikationsstrategien entschieden. Wer die derzeitige Kostenspirale aktiv managt, kann sich im grünen Sortiment dauerhaft vom Wettbewerb absetzen.

zuletzt editiert am 08. Mai 2026