Im vergangenen Herbst feierte der Innovation Store in Pulheim sein einjähriges Bestehen. Hier sollen in der Praxis Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welchen Service der Kunde am PoS wirklich will und nutzt. 69 Prozent der DIY-Kunden wünschen sich, Produkte im Baumarkt ausprobieren zu können.
Zweiter Teil zu "Mutiger präsentieren"
Der Innovation Store zeigt wie das zum Beispiel funktionieren könnte: Bei Caramba gibt es Teststationen für die verschiedenen Produkte, an denen auf Fliesen und Edelstahl Reinigungs- und Pflegemittel erprobt werden können. Beim Projekt „Wohnraumgestaltung“ arbeiten Knauber Freizeit, Alpina, A.S. Creation, Hornschuch und Osram gemeinsam. Nun kann nicht jeder Baumarkt ein Innovation Store werden, aber die ein oder andere Idee lässt sich sicherlich adaptieren.
Damit der stationäre Handel gegenüber dem Internet punktet, sollte er in das investieren, dass der Onlinehandel nicht bieten kann: attraktive Konzepte, die einen Erlebniseinkauf möglich machen. Überspitzt gefragt: Wieso soll der Kunde das gemütlich Sofa zuhause verlassen, wenn ihn im Laden der Scharm einer Lagerhalle erwartet? In einer EHI-Studie haben 52,6 Prozent der befragten Handelsunternehmen erklärt, sie setzen zunehmend auf individuelle Einrichtungselemente, fast zwei Drittel gehen davon aus, in Zukunft öfter zu renovieren als in der Vergangenheit.

Insgesamt aber blicken die deutschen Händler entspannt in die Zukunft. Den Auswirkungen auf die Ladengeschäfte durch den wachsenden E-Commerce-Anteil sehen sie gelassen entgegen. Allerdings wollen sie ihre Aktivität im Bereich der digitalen Services deutlich verstärken. Das ergab die EHI-Studie „Der Store im Omnichannel-Zeitalter“. Der Internet-Handel hat in Deutschland einen Marktanteil von rund 10 Prozent, weiteres Wachstum wird erwartet. Das beflügelt zu teils düsteren Prognosen für den stationären Handel. Dieser scheint aber von Panik ob der zu erwartenden Marktentwicklungen weit entfernt. Zwar werde Dank „digitaler Regalverlängerung“ das Angebot für die Kunden insgesamt größer, am PoS verändere es sich aber nicht, meinen die Händler mehrheitlich. Auch für die Verkaufsflächen insgesamt sehen zwei Drittel keine Größenveränderung. An eine erhöhte Anzahl von Flagship-Stores glaubt nur rund ein Viertel. Ein Drittel rechnet bei Neueröffnungen mit einer erhöhten Anzahl an Showrooms, so EHI weiter.
Allerdings hält die große Mehrheit der befragten Händler von gut 71 Prozent stärkere Investitionen für nötig. 44,4 Prozent rechnen mit Mehrausgaben zwischen 5 und 10 Prozent. Ein gutes Viertel geht von einer Erhöhung der Kosten von über 10 Prozent aus. Sofern digitale Elemente und Omnichannel-Services bereits als Investitionsschwerpunkte definiert werden, sind dies bisher in erster Linie technische Anforderungen, die an die Planungsabteilung herangetragen und von dieser umgesetzt werden (z.B. Einbau von Monitoren).
Die Ladenbau-Industrie sieht im Gegenzug zum Handel größere konzeptionelle Veränderungen auf die Branche zukommen und versucht sich als Mittler in diesem Transformationsprozess zu positionieren.
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