Tox Diepenbrock Smart Home
Trendthema auf dem Global Summit in London: "Smart Home" (Quelle: P. Nierhoff)

2015-06-22T00:00:00Z PwC-Studie: „Smart Home“ vor Durchbruch

Der Markt für intelligente Haussteuerung (Smart Home) steht vor rasantem Wachstum. Wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergeben hat, dürfte im Jahr 2030 ungefähr jedes dritte neu gebaute oder renovierte Haus über automatisierte und vernetzte Elektronik, Heizung oder Lüftung verfügen – im Vergleich zu heute wäre dies eine Verzehnfachung. Laut den von PwC befragten Unternehmen liegt die Marktdurchdringung von Smart Home derzeit lediglich bei durchschnittlich 3 Prozent, bis 2017 dürfte die Rate auf 10 Prozent und bis 2030 auf ungefähr 30 Prozent steigen. Für die jährlich durchgeführte Studie „Baubranche aktuell“ hat PwC von Oktober bis Dezember 2014 Geschäftsführer sowie Experten von 30 führenden Unternehmen der deutschen Bauwirtschaft und Baustoffindustrie befragt.

„Bislang ist der Markt für Smart Home nicht mehr als eine Nische. Dies liegt zum Beispiel an den noch fehlenden Übertragungsstandards und Schnittstellen sowie an den derzeit nur begrenzt attraktiven Anwendungsgebieten. Doch in zwei bis fünf Jahren wird das Wachstum richtig Fahrt aufnehmen; und spätestens im Jahr 2030 wird Smart Home dann in einem reifen Markt angeboten“, sagt Ralph Niederdrenk, Partner bei PwC und Mitautor der Studie. Und Niederdrenk weiter: „Um das große Potenzial von Smart Home zu heben, sollte die Branche dringend Standards definieren. Solange dies nicht geschehen ist, werden viele Endanwender den Kauf noch hinauszögern. Außerdem muss die Branche kurzfristig den konkreten Nutzen besser hervorheben und attraktive Anwendungsfelder aufzeigen, da Endkunden Innovationen in der Regel nur begrenzt Aufmerksamkeit schenken. Um die Marktdurchdringung deutlich zu steigern, werden nicht zuletzt die Preise für Smart Home sinken müssen.“

Auf die Frage, welche Chancen und Potenziale er für den Vertriebsweg Baumarkt sehe, antwortet Niederdrenk: „Smart Home-Lösungen sind aktuell noch sehr beratungsintensiv. Komplexe, personalisierte und erweiterbare Systeme werden heute mehrheitlich über das Handwerk vertrieben mit gleichzeitiger Installation der empfohlenen Lösung. Erste Smart Home-Bausteine, wie z.B. ein Kameraüberwachungssystem sind auch heute schon in Baumärkten erhältlich. Gesamtlösungen werden aber sicherlich noch einige Jahre hinsichtlich Produktreife und Standardisierung benötigen, bevor sie über den Vertriebskanal DIY erfolgreich vermarktet werden können."

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
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