In der SHK-Branche ist der dreistufige Vertriebsweg traditionell verankert. Die etablierten Spieler am Markt beobachten dennoch argwöhnisch die Konkurrenz aus dem Baumarkt oder dem Versandhandel. Das sind die Ergebnisse einer Studie von BauInfoConsult.
In einer telefonischen Befragung wurden Anfang 2016 169 SHK-Installateure von den Düsseldorfer Marktforschern gebeten einzuschätzen, über welche Vertriebswege sie sich 2015 ihr Material besorgt haben. Beim Einkauf von Installationsmaterial aus dem Bereich Sanitär haben die SHK-Handwerker im Schnitt 72 Prozent ihres Einkaufsvolumens über den spezialisierten SHK-Großhandel oder den Haustechnik-Fachhandel bezogen. Jeder sechste SHK-Installateur ließ sein Geld auch beim allgemeinen Baustoff-Fachhandel, wenn er Installationsmaterial erwerben wollte.
Zu beachten ist: Die Zahlen spiegeln die Aussagen von SHK-Installateuren wider und stellen dementsprechend nicht die Größenverhältnisse im SHK-Gesamtmarkt dar.
Hersteller im Direktvertrieb erzielten mit 6 Prozent eher einen bescheidenen Marktanteil – die Baumärkte waren mit einem Anteil von 4 Prozent noch weniger relevant. Übrigens zeigen weitere Befragungsergebnisse unter SHK-Installateuren, dass bei Materialbezug im Großhandel überwiegend traditionell gekauft wird (also per Telefon oder vor Ort im Laden) und nur bei gut jedem fünften Einkauf das Internet im Spiel ist.
Das heißt natürlich trotzdem nicht, dass die traditionellen Branchenstrukturen in Stein gemeißelt sind. So gibt es laut Studie neben der Sanitärinstallation auch Produktsegmente, wo sich auch andere Vertriebsformen etablieren - etwa bei Kleinteilen wie Werkzeug und Zubehör, wo sich Direktvertreiber und der DIY-Handel Nischen geschaffen haben.