Diagramm zur Nutzung von Social-Media-Plattformen bei Händlern, mit Facebook und Instagram als führende Plattformen.
Social Media Plattformen der Händler. (Quelle: Bitkom)

Handel 2025-07-16T05:40:56.332Z Social Commerce: 6 von 10 Händlern werben über soziale Netzwerke

Ob Produktempfehlungen in der Story, Rabattcodes per Direktnachricht oder Kaufbuttons im Live-Stream: Social Commerce, also der Verkauf über die sozialen Medien, treibt den deutschen Handel. Inzwischen nutzen bereits 59 Prozent der Händler ein eigenes Profil in den sozialen Netzwerken, um ihr Angebot im Netz zu bewerben.

Ein knappes Drittel schaltet darüber hinaus sogar bezahlte Werbung auf entsprechenden Plattformen (31 Prozent). Mehr als ein Viertel der Handelsunternehmen bietet den Kundinnen und Kunden an, Bestellungen über Social-Media-Plattformen zu tätigen (27 Prozent), und rund jedes achte arbeitet mit Influencern zusammen (13 Prozent). Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 505 Handelsunternehmen ab 10 Beschäftigten in Deutschland befragt wurden.

Demnach erwartet über die Hälfte des deutschen Handels, dass Social-Media-Plattformen bereits 2030 unverzichtbare Marketing-Kanäle für den B2B-Bereich sein werden (56 Prozent), 4 von 10 gehen sogar davon aus, dass soziale Medien bis dahin die bedeutendsten Werbeplattformen für den Handel insgesamt sein werden (42 Prozent). „Handel findet zunehmend in sozialen Netzwerken statt – auch in Deutschland. Soziale Medien verändern den Kaufprozess grundlegend, zwischen der Anzeige eines Produkts und dem Klick auf ‚Kaufen‘ liegen nun häufig nur noch Sekunden“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

Facebook und Instagram haben bei Händlern die Nase vorn

Mit Blick auf die spezifischen Plattformen führen Facebook, Instagram und berufliche Netzwerke die Rangliste an: Rund zwei Drittel der Händler verfügen über ein Profil bei Facebook (65 Prozent), und bei Instagram sind es etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent). Auf LinkedIn (42 Prozent) und Xing (40 Prozent) sind jeweils 4 von 10 präsent. 38 Prozent der Händler besitzen ein Profil bei X, ehemals Twitter, und auf TikTok sind 3 von 10 vertreten (30 Prozent). Die Video-Plattform YouTube kommt auf knapp 2 von 10 Händlern, die dort einen Kanal haben (19 Prozent). Die Kommunikation mit der Kundschaft funktioniert auf diesen Plattformen nicht als Einbahnstraße: Über ein Drittel der Händler gibt an, dass Trends aus sozialen Medien einen direkten Einfluss auf ihr Produktangebot haben (37 Prozent).

2 von 10 Händlern offen für Zusammenarbeit mit Influencern

Untrennbar mit den sozialen Medien verbunden sind auch Influencer oder Content Creators: Sie haben einen besonderen Zugang zu bestimmten Zielgruppen und können damit für Handelsunternehmen als Marketing-Kanäle fungieren. Diese Art der Werbung bringt Chancen wie Risiken mit sich. Einerseits können Influencer das Vertrauen in beworbene Produkte steigern, finden 44 Prozent der Handelsunternehmen. Andererseits können sie dem Unternehmensimage auch schaden, sagen ebenso viele (46 Prozent). „Eine Influencer-Kooperation kann sich im Handel sehr lohnen. Der Influencer oder die Influencerin muss nicht nur große Reichweite und Glaubwürdigkeit in der Zielgruppe haben, er muss auch ganz grundsätzlich zum Unternehmen und seinen Werten passen, ansonsten wird die Werbung als unauthentisch wahrgenommen und kann mehr schaden als nutzen“, so Rohleder.

Tatsächlich macht der deutsche Handel von Influencer-Kooperationen noch kaum Gebrauch: 13 Prozent der Händler arbeiten bereits mit Influencern zusammen, weitere 9 Prozent haben zumindest darüber nachgedacht. Ein Viertel entscheidet sich allerdings bewusst dagegen und plant eine solche Zusammenarbeit aktuell nicht (25 Prozent), während rund die Hälfte der Händler sich noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat (49 Prozent).

Der Großteil der Online-Verkäufe findet ohnehin noch nicht über soziale Medien statt: Die meistgenutzten Verkaufskanäle sind nach wie vor unternehmenseigene Shops auf der Webseite, über die fast alle Handelsunternehmen verfügen (97 Prozent), sowie E-Mail-Bestellungen (89 Prozent) und Bestellungen über Online-Marktplätze (78 Prozent). Knapp die Hälfte der Handelsunternehmen ist sich allerdings einig: Über die sozialen Netzwerke können sie Kundinnen und Kunden ansprechen, die über klassische Vertriebskanäle unerreichbar sind (48 Prozent). Entsprechend sind auch die Zukunftsaussichten: Ein Drittel der Handelsunternehmen ist der Überzeugung, dass Kundinnen und Kunden im Jahr 2030 vorwiegend in den sozialen Medien nach Produkten shoppen werden (33 Prozent).

In Sachen Werbung dominieren derzeit ebenso noch traditionellere Formen: Fast alle Unternehmen nutzen zur Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen Einträge in Online-Verzeichnissen wie GelbeSeiten.de oder DasOertliche.de sowie die eigene Webseite (je 98 Prozent), 7 von 10 Handelsunternehmen machen zu diesem Zweck Gebrauch von Online-Verkaufsplattformen (71 Prozent), E-Mail-Marketing-Kampagnen kommen bei 4 von 10 Unternehmen zum Einsatz (42 Prozent).

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zuletzt editiert am 16. Juli 2025