Die Liebe zu Hund, Katze und Co. ist in Deutschland ungebrochen. Dabei legen viele Heimtierbesitzer inzwischen Wert auf tiergerechte, gesunde Produkte mit hochwertigen Zutaten, abgestimmt auf Rasse oder Lebensabschnitt.
Die deutsche Heimtierbranche ist 2015 weiter gewachsen – um 2,2 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 4,11 Mrd. Euro. Während der Markt für Bedarfsartikel und Zubehör 2015 insgesamt weitgehend stabil blieb, stieg vor allem der Umsatz mit Hunde-, Katzen- und Kleintierfutter – allen voran Feuchtfutter und Snacks – weiter an. Besonders Hundefutter erzielte laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. mit 4,6 Prozent ein deutliches Wachstum (Umsatz 2015: 1,3 Mio. Euro) – angestoßen durch die Segmente „Feuchtfutter“ (415 Mio. Euro, plus 6,4 Prozent) und „Snacks“ (479 Mio. Euro, plus 5,7 Prozent).
Wie schon in den Vorjahren gewinnt das Internet auch für Heimtierprodukte weiterhin an Bedeutung – mit einem geschätzten Umsatzvolumen etwa 450 Mio. Euro. In wie weit sich dies auf die unterschiedlichen Tierarten oder Produkte aufteilt, wurde beim Online-Markt bisher nicht erhoben.
Einzelportionen für Hund und Katze
„Die starken Wachstumsraten bei Feuchtfutter und Snacks bestätigen wichtige Trends, die wir aktuell beobachten“, so Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). „Zum einen setzen inzwischen auch immer mehr Hundehalter auf Mischfütterung mit Feucht- und Trockennahrung und fragen deshalb verstärkt Feuchtfutter in Einzelportionsgrößen stärker nach. Zum anderen hält die Nachfrage nach Snacks mit funktionalem Zusatznutzen sowie nach Belohnungsartikeln weiter an.“ Besondere Lebensabschnitte der Tiere, ob Kitten oder Welpen, ob Adult oder Senior sowie spezielle Rassen oder Lebenssituationen spielen insbesondere bei der Fertignahrung eine Rolle. Und Carsten Weerts, Vertriebsleiter beim Hersteller Allco ergänzt: „Heimtiergerecht ist die Ernährung für uns dann, wenn die heutigen Haltungsbedingungen berücksichtigt werden.“ Ein Beispiel: Heute werden die meisten Hunde durchschnittlich nur zwei- bis dreimal täglich für 30 Minuten ausgeführt, nur die wenigsten sind mehr als normal aktiv. Entsprechend dieser Haltung sollten die Vierbeiner etwa Futter erhalten, dessen Protein- und Fettgehalte der tatsächlichen Aktivität angepasst ist.
Die Firma Schulze Heimtierbedarf bringt bei der Entwicklung ihrer Produkte die Wissenschaft ins Spiel. „Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Heimtiere stützen wir uns auf die wissenschaftliche Unterstützung von Ernährungsbiologen und Tierärzten.“ erläutert auch Jessica Dröge von Schulze. Aus diesem Grund verzichtet das Unternehmen wie die meisten Hersteller auf die Zugabe von künstlichen Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Aroma- und Farbstoffe.
Das Thema Fleisch hat in der Hundeernährung in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, insbesondere bei Trockenfutter. Hohe Fleischgehalte, vor allem Frischfleisch, liegen zusammen mit „Getreidefrei“- Produkten im Trend. Dem kommt der Hersteller Finnern mit dem Trockenfutter „Rinte Max-i-Mum“ nach. Es wird mit 65 Prozent frischem Fleisch und Innereien zubereitet. Dies entspricht über 90 Prozent der eingesetzten Fleischmaterialien (insgesamt 70 Prozent). Dadurch wird der natürliche Fleischgeschmack gefördert und die Nahrungsverwertung unterstützt, mit einem ausgewogenen Protein-/Fett-Verhältnis.
Der Katzenfuttermarkt machte 2015 im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,6 Prozent, so dass der Fach- und Lebensmitteleinzelhandel einen Umsatz von 1.610 Mio. Euro erzielte. Vor allem das Segment „Feuchtfutter“ (plus 4,2 Prozent auf 1.075 Mio. Euro) legte zu. Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e. V. , führt den deutlichen Zuwachs darauf zurück, dass auch Katzenhalter zunehmend zu Einzelportionsgrößen greifen – ein Trend der sich bereits im Vorjahr abzeichnete und wohl weiter anhalten wird. Denn auch viele Katzenhalter achten zunehmend auf eine gesunde und verantwortungsvolle Fütterung ihrer Tiere. Der Anbieter Mars Petcare versieht beispielsweise alle Verpackungen der Marke Sheba bereits seit einigen Jahren mit der Empfehlung, reduzierte Mengen zu füttern.
Den zweiten Teil zu Heimtierbedar finden Sie hier .
