Ein Mann in einem blauen Anzug steht in einem modernen Bürogebäude neben einem Holztisch.
Michael Traub, Stihl Vorstandsvorsitzender: „Wir entwickeln Stihl aus einer Position der Stärke heraus konsequent weiter.“ (Quelle: Stihl)

Industrie 2026-05-21T11:24:03.069Z Stihl schließt Geschäftsjahr 2025 erfolgreich ab und forciert die Akku-Transformation

Die Stihl Gruppe hat ihren Umsatz 2025 trotz schwierigem Marktumfeld auf 5,48 Milliarden Euro gesteigert und erreichte damit nahezu das Niveau des Rekordjahres 2022 (5,49 Milliarden Euro). Das Plus von 2,8 Prozent gegenüber 2024 gelang, obwohl die US-Zollpolitik im größten Einzelmarkt die Rahmenbedingungen verschärfte, die Konjunktur in vielen Ländern schwächelte und negative Wechselkurseffekte belasteten. Dies gibt der Konzern in einer Mitteilung bekannt.

Rund 91 Prozent der Erlöse wurden demnach im Ausland erzielt. Mit einer auf 71,2 Prozent gestiegenen Eigenkapitalquote und hoher Liquidität unterstreicht das Familienunternehmen seine finanzielle Stärke – Investitionen können weitgehend aus eigener Kraft gestemmt werden. Weltweit beschäftigte Stihl nach eigenen Angaben zum Jahresende 20.246 Mitarbeitende, ein Zuwachs von 2,6 Prozent, unter anderem durch das neue Werk in Rumänien.

Regional zeigt sich ein heterogenes Bild. Westeuropa entwickelte sich in einem rückläufigen Marktumfeld robust, der Marktanteil wuchs. Treiber war das Akku-Geschäft mit zweistelligen Zuwachsraten, teilweise über 20 Prozent, während Hitze und Trockenheit im Sommer die Nachfrage bremsten. In Osteuropa blieb der Einfluss des Ukraine-Kriegs spürbar, dennoch legten Akku-Absatz und -Umsatz in allen Kernmärkten deutlich zu; der Akku-Anteil überschritt hier bereits die 20-Prozent-Marke.

Nordamerika bleibt mit rund einem Drittel Umsatzanteil wichtigster Markt. Der Umsatz lag leicht über Vorjahr, gestützt durch günstige Witterung, Aftermarket-Geschäft und Vorzieheffekte infolge angekündigter Zölle. Lateinamerika wuchs insgesamt deutlich, zeigte aber eine starke Spreizung: Während in Brasilien das Konsumklima gedämpft blieb, erholte sich Argentinien, und in mehreren Märkten profitierten Händler und Profianwender von hohen Agrarpreisen. Asiens Schlüsselmärkte China und Indien entwickelten sich positiv, in China verbesserte ein margenträchtigerer Produktmix die Profitabilität. Afrika/Naher Osten war 2025 die dynamischste, wenn auch noch kleine Wachstumsregion. Einziger Ausreißer nach unten war Ozeanien mit rückläufigem Gesamtgeschäft, aber steigenden Akku-Verkäufen; hier setzt Stihl auf intensivierte Vertriebsaktivitäten und erwartet 2026 eine Trendwende.

Strategisch baut Stihl laut Mitteilung die Transformation zum Akku-Anbieter konsequent aus. Akku-Produkte machten 2025 bereits 27 Prozent des weltweiten Absatzes aus, nach 25 Prozent im Vorjahr. In Westeuropa sind rund zwei Drittel der verkauften Geräte akkubetrieben. Mit dem neuen Werk im rumänischen Oradea, das ausschließlich Akku-Packs und -Geräte fertigt und als europäisches Kompetenzzentrum fungiert, sowie dem Einstieg in die Eigenfertigung von EC-Motoren am Stammsitz erweitert Stihl seine Wertschöpfungstiefe und Kapazitäten im Wachstumssegment Akku.

Gleichzeitig hält das Unternehmen an seiner starken Position bei Verbrennergeräten fest und untermauert diese mit Neuprodukten wie der MS 300. Insgesamt investierte die Gruppe 335,7 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon in Deutschland, vor allem in ein neues Firmenareal in Waiblingen zur Bündelung von Unternehmenseinheiten. Das Stammhaus steigerte seinen Umsatz dank Vorzieheffekten durch ein neues Steuerungssystem auf 1,85 Milliarden Euro, rechnet aber 2026 mit einer Gegenbewegung. Mit der Verlängerung des Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrags bis Ende 2027 sendet Stihl ein klares Signal für die langfristige Bindung an den Standort – ein Punkt, den auch der DIY-Handel mit Blick auf Planungssicherheit und Lieferverlässlichkeit aufmerksam registrieren dürfte.

zuletzt editiert am 21. Mai 2026
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