Homebase Stele
Homebase betreibt in Irland elf Filialen. (Quelle: MAU)

Handel 2019-06-06T00:00:00Z Storetour in Dublin mit wenig Überraschungen

Im Vorfeld des heute in Dublin startenden Global DIY Summit fand bereits gestern eine Storetour statt. Mehr als 200 Kongressteilnehmer besuchten insgesamt sechs Baumärkte, beziehungsweise artverwandte Fachhandelsgeschäfte, im unmittelbaren Dubliner Einzugsgebiet.

Der irische Baumarkthandel verzeichnete von 2016 bis 2017 ein Wachstum von 2% und von 2012 bis 2017 ein Wachstum von 12%. Das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag in 2017 bei über 300 Milliarden Euro, das BIP pro Kopf bei über 60.000 Euro pro Jahr, was möglicherweise erklären kann, warum in der irischen Baumarktszene insgesamt, vor allem aber in den bei der Storetour besuchten Geschäften, höhere Endverbraucherpreise realisiert werden können, als das beispielsweise in Deutschland möglich ist.

Beim Besuch der irischen Märkte wird deutlich, dass die deutschen Baumärkte nicht unbedingt das Schlusslicht in Europa darstellen, was die Digitalisierung angeht. So genannte digitale Touchpoints auf der Verkaufsfläche hat man bei der Storetour jedenfalls vergeblich gesucht. Bei Woodies beispielsweise. Woodies ist eine Vertriebsschiene der Grafton Group und erwirtschaftet einen Umsatz von 224 Millionen Euro. Mit seinen 35 Filialen gilt Woodies als Irlands führender DIY-, Haus- und Gartenhändler. Das Unternehmen zeichnet sich im "weichen" Sektor aus, dessen stärkste Position in den Kategorien Dekoration und Gartenbau liegt. Gemessen daran kommt man bei bei Woodies mit relativ wenig Inspirationsfläche und einer sparsamen Kundenführung aus.

Homebase wartet mit einer Anzahl von elf Filialen in Irland auf, die dort insgesamt einen Umsatz von 50 Millionen Euro realisieren. Genau wie Woodies versteht sich Homebase als so genannter Soft-DIYer. Die Handelskette ist daher auf den privaten Endkunden ausgerichtet, also Renovierer und Dekorierer. Die etwa 14.000 verschiedenen Produkte könnten in den Sortimenten etwas lebhafter in Szene gesetzt werden.

B&Q s teht auch in Irland für das, was man in der Szene unter einem Big-Box-Konzept versteht. Der B&Q-Store i m Liffey Valley Retail Park wartet mit 40.000 verschiedenen Produkten auf und die dann auch in sehr ausreichender Menge. Die acht Filialen in Irland haben im letzten Jahr einen Nettoumsatz von 90 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Minus gegenüber Vorjahr von 2,8 Prozent. In einigen Sortimenten hat B&Q ein uniques Angebot, das sonst kein Wettbewerber auf die Beine stellen kann, so das Unternehmen. Allerdings stellt sich auch für Kingfisher die Frage, ob das Big-Box-Konzept noch dauerhaft von Erfolg gekrönt ist.

TileStyle ist ein irisches Familienunternehmen, gegründet im Januar 1982 von Jim McNaughton. Ausgehend von einem kleinen Keramikfliesengeschäft hat sich das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten Anbieter von Fliesen, Badezimmern, Holzfußböden und Naturstein in Irland entwickelt. Zielgruppe sind Objekteure, Planer, Architekten, Handwerker und auch Endkunden. Genau für die sind die sehr aufwändigen und hochwertigen Fachausstellungen gestaltet. Baumarktbetreiber können sich hier die höchste Stufe der Warenpräsentation anschauen.

Fachhandelsorientiert gibt sich auch das Unternehmen TJ O'Mahony & Sons Limited. Nach Angaben des Storemanagers Dennis O‘Connor liegt der Anteil der professionellen Handwerker bei etwa 70 Prozent, nur 30 Prozent der Kundschaft sind Heimwerker. 14 Filialen betreibt TJ O‘Mahony in Irland. Das Konzept mit Verkaufstheke und nicht allzu großem Verkaufsraum ist vergleichbar mit der Screwfix-Verkaufsidee. „Ja, das ist vergleichbar, wir sind nur besser“, so O‘Connor.

Eine Verkaufstheke für den Handwerker findet man auch bei Grange Builders Providers Homevalue. Das Unternehmen ist ein Teil des Homevalue Netzwerks. Dazu zählen über 70 unabhängige Geschäfte im ganzen Land. Bei Grange ist das Verhältnis von Profikunden zu Heimwerkern etwa 60 zu 40 Prozent. Das Unternehmen verfügt über 25 Lieferwagen und LKW, die Holz, Baustoffe, Gartenbaustoffe aber auch Farben und Werkzeuge direkt an die Baustelle beziehungsweise zum Endverbraucher liefern. Der Onlinehandel sei noch sehr gering ausgeprägt, so ein Storemanager, in der Hauptsache gingen die Bestellungen telefonisch ein.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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